Die Region Brüssel-Hauptstadt verfügt aktuell über doppelt so viele Fahrradstraßen wie noch vor fünf Jahren. Dies berichten unsere frankophonen öffentlich-rechtlichen Kollegen RTBF. Die regionale Verkehrsbehörde Brussel Mobiliteit bestätigte diese Meldung, wie die regionale Newsplattform BRUZZ dazu schreibt. Ziel ist, die Sicherheit von Radfahrern im Straßenverkehr zu erhöhen, doch nicht alle Autofahrer halten sich an die Regeln.
Brüssel hat doppelt so viele Fahrradstraßen, wie vor fünf Jahren, doch die Regeln werden nicht immer eingehalten
Während es in der Brüsseler Hauptstadt-Region im Jahr 2021 etwa 60 Fahrradstraßen gab, sind dies heute bereits rund 130. Konkret umfasst dieses Radwegenetz inzwischen eine Gesamtlänge von fast 50 Kilometern. Dieser Anstieg ist Teil einer umfassenderen Strategie von Brussel Mobiliteit, den Verkehr für Radfahrer sicherer zu gestalten.
„Auf schmalen Straßen, wo der Bau einer separaten Radinfrastruktur nicht möglich ist, kann eine Fahrradstraße eingerichtet werden“, erklärt Steven Fierens, Sprecher der Brüsseler Verkehrsbehörde. Aber auch breitere Straßen kommen infrage, z.B. die Louizalaan, wo die Parallelstraße nicht für den Durchgangsverkehr vorgesehen ist und daher Platz für eine Fahrradstraße vorhanden ist. Auf solchen Straßen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h und das Überholen von Radfahrern ist verboten. Doch in der Praxis halten sich nicht alle daran.
„Man beachtet die Regeln hier kaum“, sagte die Radfahrerin Manon auf der Parallelstraße neben der Louizalaan gegenüber BRUZZ: „Im Vergleich zu Straßen ohne Fahrradmarkierungen ist es besser. So werden Autofahrer wenigstens auf die Radfahrer aufmerksam gemacht.“
Zuschüsse
Viele Brüsseler Gemeinden entscheiden sich daher immer häufiger für Fahrradstraßen. Die Kosten scheinen dabei eine Rolle zu spielen. „Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, aber Fahrradstraßen sind tatsächlich günstiger einzurichten als Radwege“, sagt Fierens: „Außerdem erhalten Kommunen von der Region einen Zuschuss für Standorte, an denen eine Fahrradstraße eingerichtet werden kann. Und es ist eine direkte Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.“
Brüssels regionale Mobilitätsministerin Elke Van den Brandt (Groen, niederländischsprachige Grüne) bedauert jedoch, dass einige Kommunen Fahrradstraßen als Vorwand nutzen: „Der Begriff wird manchmal fälschlicherweise verwendet, um zu behaupten, dass auf stark befahrenen Straßen bereits Radinfrastruktur vorhanden sei, ohne dass weitere Maßnahmen ergriffen wurden“, erklärt sie gegenüber RTBF: „Das kann dennoch zu gefährlichen Situationen führen, wenn der motorisierte Verkehr weiterhin zu stark ist.“
