Antwerpen zeigt wieder (Regenbogen-)Flagge: Seit Mittwoch und noch bis Sonntag steht die flämische Hafenstadt wieder ganz im Zeichen der der Antwerp Pride. Viele der bekannten Gebäude werden mit Regenbogenfarben beleuchtet und am Wochenende werden wieder Zehntausende Menschen zur großen Parade erwartet. Das Motto dieser 19. Ausgabe der Pride der LGBTQIA+-Gemeinschaft lautet „Fearless“ und bekommt nach dem tödlichen Anschlag auf die Pride in Berlin eine zusätzliche Bedeutung.
Antwerp Pride 2026: Die Metropole an der Schelde erwartet wieder Zehntausende Teilnehmer
Die Regenbogenflagge wird in diesen Tagen an vielen Stellen im Antwerpener Stadtbild zu sehen sein. „Freiheit ist niemals selbstverständlich“, betonte Bürgermeisterin Els van Doesburg (N-VA, flämische Nationaldemokraten): „Sie braucht eine Gesellschaft, in der Menschen sich gegenseitig Raum geben und respektvoll miteinander umgehen. Deshalb färben wir Antwerpen in Regenbogenfarben.“
Auch einige der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt beteiligen sind dabei, z.B. das Opernhaus, das Hafenhaus und der Zentralbahnhof werden entsprechend beleuchtet. Eine Premiere ist dieses Jahr der ikonische Boerentoren: Der markante Turm im Zentrum der Stadt erstrahlt zum ersten Mal in den Regenbogenfarben und dort ist auch ein Pride-Banner zu sehen.
Besucher und Touristen können die verschiedenen Orte, die bei der Pride mitmachen, über spezielle Regenbogenrouten zu Fuß, mit dem Fahrrad oder laufend ertdecken.
„Fearless“
Die diesjährige 19. Ausgabe steht unter dem Motto „Fearless“. Pride sei nicht einfach nur eine Parade, sondern „eine Bewegung von Menschen, die den Mut zeigen, sie selbst zu sein“, heißts es dazu bei den Organisatoren. Jedes Symbol in Regenbogenfarben transportiere dieselbe Botschaft: „Wir sind hier. Wir sind zusammen. Wir sind furchtlos.“
Überall in der Stadt stehen während der kommenden Tage zahllose Veranstaltungen auf dem Programm: Partys, Workshops, Vorträge.... Im Museum am Strom (MAS) läuft ein Festival unter dem Titel „Darling“, das die Vielfalt der LGBTQIA+-Gemeinschaft in den Fokus rückt. Der offizielle Auftakt der Antwerp Pride fand am Mittwoch mit einer Eröffnungsfeier im Freilufttheater OLT Rivierenhof im gleichnamigen Park statt.
Parade
Höhepunkt der Antwerp Pride wird wieder die große Parade am Wochenende. Diese Parade hat sich im Laufe der Jahre zu einer der größten Pride-Veranstaltungen Europas entwickelt. Im vergangenen Jahr nahmen offiziellen Angaben zufolge über 100.000 Menschen an der Parade teil. Die Organisatoren sprachen sogar von rund 160.000 Teilnehmern, denn sie rechnen traditionell die Zuschauer am Straßenrand hinzu...
Keine erhöhte Bedrohungslage
Nach dem tödlichen Anschlag auf die Pride in Berlin steht auch in Antwerpen die Sicherheit besonders im Fokus. Zusätzliche Maßnahmen seien nach Angaben der Veranstalter aber nicht notwendig. Die Zufahrtsstraßen sind bei der Antwerp Pride sowieso schon seit Jahren abgesperrt.
Auch das belgische Koordinierungsorgan für die Bedrohungsanalyse (OCAD) sieht derzeit keine erhöhte Gefahr. „Das passt perfekt zum diesjährigen Motto ‚Fearless‘“, sagte der Vorsitzender der Pride-Organisation, Geert van Praet. Kurz nach dem Anschlag von Berlin rief er die Menschen ausdrücklich dazu auf, zur Pride nach Antwerpen zu kommen.
Premierminister Bart De Wever (N-VA, flämische Nationaldemokraten) betonte ebenfalls, dass die Veranstaltung gu gesichert sei und wie geplant stattfinde. Seine Botschaft ist eindeutig: „Ich lade alle dazu ein, mitzufeiern und sich nicht einschüchtern zu lassen.“
Wer während der Pride Fragen zu Diskriminierung oder Angaben zu sexueller Belästigung machen möchte, der kann sich im Pride Village an Vertreter der Stadt Antwerpen oder an die dort vertretene Polizei wenden. Hier werden auch Informationen über Hilfsangebote und zu den Organisationen der LGBTQI+-Gemeinschaft angeboten. Info: https://antwerppride.com/village

