Ein 54 Jahre alter Geschäftsmann Mann aus der Brüsseler Gemeinde Evere ist wenige Tage nach einem Angriff in einer Straßenbahn in Schaarbeek gestorben. Er hatte eine Frau schützen wollen, die von einer Person heftig beschimpft wurde. Dabei kam es zu einem Schlagabtausch, an dessen Folgen das Opfer jetzt gestorben ist. Der Vorfall löst in Brüssel allgemeines Entsetzen aus, wie die regionale Nachrichtenplattform BRUZZ meldet.
Sein Tod löste zahlreiche Reaktionen von lokalen Geschäftsleuten und Politikern aus, vor allem in Schaarbeek, wo er als Geschäftsmann mit einigen Ladenlokalen am Liedtsplein aktiv war und wo er ein hohes Ansehen genoss: „Sein Mut kostete ihn das Leben.“
Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Donnerstag in der Straßenbahnlinie 55 in Brüssel an der Haltestelle Linde/Tilleul. Drei Personen waren daran beteiligt, wie ein Sprecher der regionalen ÖPNV-Gesellschaft MIVB/STIB bestätigte: „Eine Frau wurde von einem Mann belästigt, woraufhin ein zweiter Mann eingreifen wollte. Er wurde daraufhin geschlagen.“
Rassistische Beschimpfungen
Der Straßenbahnfahrer verständigte umgehend die Leitstelle und die Polizei traf am Tatort ein. Der Verdächtige wurde festgenommen und das Opfer wurde ins Krankenhaus gebracht. „Dort verschlechterte sich sein Zustand jedoch rapide und er erlag schließlich am Sonntag seinen Verletzungen,“ so der Sprecher.
Laut Aussage der Frau hatte ihr der Verdächtige heftige rassistische Äußerungen und Beschimpfungen ins Gesicht geschrien. Daraufhin sei der Geschäftsmann hinzugekommen, um die Frau in Schutz zu nehmen. Der Täter habe daraufhin eine Tasche mit schwerem Inhalt geschwenkt und dabei den helfenden Geschäftsmann am Kopf getroffen, worauf dieser zusammenbrach.
Zahlreiche Reaktionen
Das Opfer ist Driss Atounane, ein 54-jähriger Mann, der mehrere Geschäfte am Liedtsplein in Schaarbeek betrieb. Er war daher in der Geschäftswelt von Schaerbeek ein bekannter Name, wie BRUZZ dazu schreibt. Die Familie erhält viele Beileidsbekundungen in den sozialen Medien.
„Ich hoffe, dass Gerechtigkeit geübt wird und Driss' Mut niemals vergessen wird“, ließ z.B. Hasan Koyuncu (PS, frankophone Sozialisten) wissen, der designierte Bürgermeister von Schaerbeek und aktueller Vorsitzender des Gemeinderats: „Zu sterben, weil man jemanden beschützen wollte, ist eine unerträgliche Ungerechtigkeit.“
Auch Ridouane Chahid (PS), Vorsitzender des Gemeinderats und ehemaliger Bürgermeister von Evere, wo Atouane wohnte, hofft auf Gerechtigkeit: „Was für eine Tragödie für unsere Gemeinde! Dieser Anschlag muss eine harte Antwort der Justiz nach sich ziehen. Solche Taten dürfen nicht ungestraft bleiben.“
