Die Staatsanwaltschaft Antwerpen wird zwei Verdächtige im Fall Heidi De Schepper vor den Assisenhof bringen. Bei den Verdächtigen handelt es sich um den Ex-Partner von De Schepper und einen Freund von ihm. Gegen einen dritten Verdächtigen liegen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht genügend Belastungsindizien vor. Die Leiche der Frau wurde nie gefunden.
Die Verdächtigen im Fall Heidi De Schepper müssen sich vor einem Schwurgericht verantworten – obwohl ihre Leiche nie gefunden wurde
Polizei und Justiz nahmen 2024 Ermittlungen zum Verschwinden von Heidi De Schepper auf. Die damals 26-Jährige war allerdings bereits seit dem Frühjahr 2010 verschwunden und nie wieder gesehen worden. Noch im selben Jahr wurde sie in Balen (Provinz Antwerpen), wo sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebte, amtlich abgemeldet.
Erst 14 Jahre später wurde ihr Verschwinden bekannt. Die Schule eines der Kinder war misstrauisch geworden, weil die Frau nicht erreichbar war. Niemand hatte Heidi De Schepper als vermisst gemeldet – auch ihr Partner nicht.
Zunächst hielt die Justiz alle Möglichkeiten offen. Der ehemalige Partner von Heidi De Schepper erklärte, sie sei von einem Tag auf den anderen mit all ihren Sachen verschwunden. Doch die weiteren Ermittlungen deuteten immer stärker auf einen Mord hin.
Im Februar 2025 wurden drei Verdächtige festgenommen: der 55-jährige Ex-Partner von De Schepper sowie zwei Freunde von ihm, ein 33-Jähriger und ein 39-Jähriger.
Der 33-Jährige gestand schon bald, De Schepper getötet zu haben. Er war bereits zuvor wegen eines anderen Mordes in Balen verurteilt worden. Der 39-Jährige räumte wiederum ein, dabei geholfen zu haben, ihre Leiche zu vergraben. Schließlich legte auch der ehemalige Partner von Heidi De Schepper ein Geständnis ab.
Wo ist die Leiche?
Mit den Festnahmen und Geständnissen gelang den Ermittlern ein Durchbruch, doch die Leiche von Heidi De Schepper blieb unauffindbar. Auf Hinweise der Verdächtigen hin wurden im vergangenen Jahr mehrere Suchaktionen auf einem Industriegelände in Balen durchgeführt.
Für die Suche setzte die Justiz erhebliche Mittel ein. Das Gelände wurde Schicht für Schicht abgetragen. Die Leiche von Heidi De Schepper wurde jedoch nie gefunden.
Der Untersuchungsrichter hat die Ermittlungen inzwischen abgeschlossen, und die Staatsanwaltschaft beantragte, zwei Verdächtige vor den Assisenhof zu bringen. „Wir sehen, dass ausreichend Anhaltspunkte für den Tatvorwurf des Mordes gegen sie vorliegen“, sagt Sprecher der Staatsanwaltschaft Kristof Aerts.
Diesem Antrag wurde stattgegeben und die beiden Verdächtigen werden sich vor einem Schwurgericht verantworten müssen. Die Ratskammer von Turnhout folgt damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.
Für den dritten Verdächtigen beantragte die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens. „Er war lediglich am Verbergen der Leiche beteiligt. Diese Taten sind inzwischen verjährt.“