Zum Hauptinhalt springen

Brüsseler Feuerwehr streikt „unbefristet“ weiter

Die Gewerkschaften der Brüsseler Feuerwehr haben angekündigt, ihren Streik auf unbestimmte Zeit fortzusetzen. Grund ist ein Treffen mit dem Brüsseler Ministerpräsidenten Boris Dilliès (französischsprachige Liberale, MR), bei dem nach Angaben beider Seiten keine ausreichenden Fortschritte erzielt wurden.

BRUZZ Martina Luxen Belga
Veröffentlicht:

Nach Angaben der Gewerkschaften leiden die Feuerwehrdienste seit Langem unter einem akuten Mangel an Personal und Ausrüstung. „Es gibt einfach zu wenig Personal“, erklärt Patrick Giebens von der sozialistischen Gewerkschaft ACOD. 

Dadurch müssten Feuerwehrwachen regelmäßig Unterstützung von Kollegen anderer Standorte anfordern, was die Einsatzzeiten verlängere.  

Auch die Notrufzentrale sei personell unterbesetzt: „Bei einem Brand zählt jede Sekunde.“ 

Die Gewerkschaften betonen, dass sie den Streik nicht leichtfertig ausgerufen hätten. „Wir wollen nicht streiken, aber es ist unser letztes Mittel“, sagt Yves De Vogelaere von der christlichen Gewerkschaft ACV. Ziel sei es, den politischen Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen. 

Bereits an Silvester hatte es einen Streik gegeben. Auch am Nationalfeiertag (21. Juli) legten die Feuerwehrleute die Arbeit nieder. Ursprünglich sollte die Aktion nur 24 Stunden dauern, wurde jedoch verlängert, weil zunächst keine Gespräche mit der Brüsseler Regierung stattfanden

Treffen mit Ministerpräsident Dilliès ohne Durchbruch 

Der Brüsseler Ministerpräsident Boris Dilliès hat eine Dringlichkeitssitzung wegen des Feuerwehrstreiks einberufen.

Am Mittwochnachmittag trafen Vertreter der Gewerkschaften ACV, ACOD und VSOA schließlich mit Ministerpräsident Boris Dilliès zusammen.  

Nach dem Gespräch äußerten sich beide Seiten enttäuscht. Steven Gilissen (ACV) erklärte, die Brüsseler Regierung habe keine ausreichenden Lösungen angeboten, um den Personalmangel rasch zu beheben und die chronische Unterfinanzierung des Dienstes anzugehen. „Dilliès bietet uns sogar weniger an als das, was ursprünglich von der Regierung beschlossen worden war.“ 

Brüsseler Feuerwehr arbeitet mit einem Drittel ihrer Kapazität 

Während des Streiks bleibt die Brüsseler Feuerwehr weiterhin einsatzbereit, allerdings nur mit einer stark reduzierten Besetzung. Nach Angaben der Gewerkschaften arbeitet der Dienst derzeit mit etwa einem Drittel seiner normalen Kapazität. 

Dennoch wird ein Mindestdienst aufrechterhalten: Notfalleinsätze werden weiterhin durchgeführt. In größeren Notfällen können Feuerwehreinheiten aus anderen Regionen Belgiens zur Unterstützung angefordert werden. Die Verantwortlichen betonen, dass die Bevölkerung weiterhin einen grundlegenden Schutz erhält. 

Der Konflikt zwischen Gewerkschaften und Regionalregierung bleibt damit ungelöst, und derzeit ist nicht absehbar, wann der Streik beendet wird. 

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5