Neben der Militärparade und dem Feuerwerk richtet sich am belgischen Nationalfeiertag traditionell viel Aufmerksamkeit auf die königliche Familie. Einer Umfrage der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws zufolge erfreuen sich König Filip und insbesondere Kronprinzessin Elisabeth wachsender Beliebtheit.
Laut der Umfrage würde die Hälfte der Belgier sogar gerne sehen, dass Prinzessin Elisabeth innerhalb der nächsten fünf Jahre den Thron besteigt.
Der Königshaus-Experte Jo De Poorter hält ein solches Szenario grundsätzlich für realistisch: „Das ist durchaus denkbar. Sie wäre dann 30 Jahre alt, und wenn man sich die jüngere Geschichte anschaut, sieht man, dass Frauen, die bereits in jungen Jahren den Thron bestiegen haben, oft sehr erfolgreich waren.“
Warum ist Elisabeth so beliebt?
Die heute 25-jährige Kronprinzessin genießt nach Ansicht von De Poorter aus mehreren Gründen große Sympathien: „Ihr Erscheinungsbild spielt sicherlich eine Rolle: Sie ist eine junge, attraktive Frau.“
Hinzu komme ihre historische Bedeutung: „Zum ersten Mal in der belgischen Geschichte kann eine Frau den Thron besteigen.“ Außerdem werde Elisabeth dafür geschätzt, dass sie sowohl Niederländisch als auch Französisch fließend spricht und über einen beeindruckenden Bildungsweg verfügt.
Belgien schaffte 1991 das sogenannte Salische Gesetz ab, das die Thronfolge auf männliche Nachkommen beschränkte. Seitdem geht das Erbrecht auf den ältesten Sohn oder die älteste Tochter des Monarchen über, unabhängig vom Geschlecht.
Denkt König Philippe an einen Rücktritt?
Ob König Philippe, der 66 Jahre alt ist, bereits einen Rückzug aus dem Amt in Erwägung zieht, hält De Poorter für eher unwahrscheinlich. Der Monarch ist erst seit 13 Jahren König und erreicht derzeit die höchsten Beliebtheitswerte seiner Amtszeit. „Letztlich ist das eine Entscheidung, die nur er selbst treffen kann“, so De Poorter.
Derzeit gibt es jedenfalls keine Anzeichen dafür, dass König Philippe kurzfristig abdanken könnte. Dennoch zeigt die Umfrage, dass viele Belgier bereits großes Vertrauen in die künftige Königin Elisabeth setzen.
