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Zum Nationalfeiertag: König Filip erinnert an Hitzewelle und an die Schwächsten (VIDEO)

In seiner traditionellen Ansprache am Vorabend des belgischen Nationalfeiertags am 21. Juli nahm König Filip die jüngste Hitzewelle zum Anlass für einen breiten Appell zu Solidarität und Zusammenhalt. Der Monarch verwies auf die Herausforderungen durch den Klimawandel, geopolitische Spannungen, technologische Umbrüche und gesellschaftliche Veränderungen. Diese Entwicklungen stellten den Zusammenhalt des Landes auf die Probe, sagte er. Gleichzeitig zeigte er sich überzeugt, dass Belgien solche Krisen gemeinsam bewältigen könne.

Belga Martina Luxen
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Der König erinnerte an die außergewöhnlich frühe und intensive Hitzewelle, die Belgien in den vergangenen Wochen erlebt hat. „Unser Land hat außergewöhnlich früh im Jahr eine Hitzewelle von bislang unbekannter Intensität und Dauer erlebt. Wir alle haben darunter gelitten, aber erneut sind es die Schwächsten, die den höchsten Preis zahlen: die Ältesten, die Ärmsten und die Isoliertesten.“ 

Die hohen Temperaturen hätten Hunderte Todesopfer gefordert und das Gesundheitssystem sowie die Rettungsdienste stark belastet. Nach den jüngsten Schätzungen wurden während der Hitzewelle im Juni und in den ersten Julitagen in Belgien nahezu 2.000 zusätzliche Todesfälle registriert. 

Appell zu verantwortungsvoller Haushaltspolitik 

König Filip ging auch auf die schwierige Haushaltslage Belgiens ein. „Haushaltsmaßnahmen sind notwendig, um das Defizit zu verringern und die Staatsverschuldung unter Kontrolle zu bringen.“ Damit spielte er auf die bevorstehenden, schwierigen Haushaltsverhandlungen der Regierung De Wever an. 

Nach Ansicht des Königs finden diese Gespräche in einem schwierigen Umfeld statt, das geprägt ist von unsicheren Energiepreisen, schwankenden Zinssätzen sowie dem Bedarf an höheren Verteidigungsausgaben. Dennoch zeigte er sich optimistisch: „Ich bin überzeugt, dass unsere Regierungen diese Hindernisse im Dialog und in einem Geist der Fairness überwinden werden.“ 

Mehr Zusammenarbeit zwischen Flandern und der Wallonie

Abschließend hob der König die Bedeutung einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen den Regionen hervor. Er beobachte bei Unternehmern in Flandern und in der Wallonie einen echten Wunsch, einander besser kennenzulernen und enger zusammenzuarbeiten. „Neue Möglichkeiten haben sich eröffnet. Neue Kooperationen sind entstanden.“ Eine engere Zusammenarbeit und eine größere Mobilität der Arbeitnehmer zwischen den Regionen könnten seiner Ansicht nach dazu beitragen, mehr Arbeitsplätze zu schaffen und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu stärken. 

Die Rede stand insgesamt im Zeichen von Solidarität, gesellschaftlichem Zusammenhalt und gemeinsamer Verantwortung angesichts der Herausforderungen, vor denen Belgien derzeit steht. 

Appell zum Schutz des Bildungsauftrags der Schulen

Der König widmete einen Teil seiner Ansprache auch dem Bildungswesen. Er beschrieb die Schulen als Orte, an denen sich immer mehr gesellschaftliche Probleme bündeln, und warnte vor dem zunehmenden Druck auf die Lehrkräfte. Nach den Spannungen der vergangenen Monate äußerte König Filip die Hoffnung, „dass Gelassenheit und gegenseitiger Respekt zwischen allen Beteiligten zurückkehren, damit die Schulen zu Beginn des neuen Schuljahres ihre Aufgabe wieder voll erfüllen können.“ 

ANSEHEN

Ein Platz für die Roten Teufel im Palast 

Für einen etwas leichteren Moment sorgte eine Bemerkung über die belgische Fußballnationalmannschaft. König Philippe verriet, dass das gemeinsame Foto mit den Roten Teufeln, das während seines Besuchs bei der Mannschaft vor dem WM‑Viertelfinale gegen Spanien gemacht wurde, inzwischen einen besonderen Platz im Königspalast erhalten hat. Der Monarch hatte die belgische Auswahl während der Weltmeisterschaft in den USA besucht. 

„Unsinnige und grausame Kriege“ 

Wie bereits in seiner Ansprache zum Nationalfeiertag im Vorjahr verurteilte König Filip Verstöße gegen das Völkerrecht. Anders als damals nannte er jedoch keine konkreten Länder oder Konflikte. „In unserer erschütterten Welt setzen sich zahlreiche Staaten und bewaffnete Gruppen über die Regeln des Völkerrechts hinweg. Unter falschen Vorwänden führen sie unsinnige und grausame Kriege“, erklärte der König. 

Aufruf zu Zusammenhalt und Einheit 

Zum Abschluss fasste König Philippe seine Botschaft in einem Appell zur Einheit zusammen. Er verwies auf die großen Herausforderungen, vor denen Belgien steht: das Haushaltsdefizit, die gesellschaftliche Polarisierung, geopolitische Unsicherheiten und die Folgen des Klimawandels. 

„Alle diese Probleme haben unterschiedliche Ursachen und unterschiedliche Folgen. Doch sie haben eines gemeinsam: Wir werden sie nur gemeinsam überwinden können – indem wir auf das bauen, was uns verbindet, statt auf das, was uns trennt.“ 

Der König rief dazu auf, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und die Fähigkeit zu bewahren, als Gemeinschaft zusammenzuleben und gemeinsam Lösungen zu finden.     

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