Die Entscheidung ist gefallen: Rudi Garcia (62) wird nicht über das Ende seines Vertrags hinaus Nationaltrainer der Roten Teufel bleiben. Der Belgische Fußballverband hat nach einer internen Bewertung beschlossen, die Zusammenarbeit mit dem Franzosen nicht zu verlängern. Damit endet die rund eineinhalbjährige Amtszeit Garcias offiziell.
Rein sportlich hatte Garcia die ihm gesetzten Ziele erfüllt: Klassenerhalt in der UEFA Nations League A, Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026, Erreichen des WM-Viertelfinals. Zudem gelang es ihm, wichtige Führungsspieler wie Thibaut Courtois und Kevin De Bruyne wieder stärker an die Nationalmannschaft zu binden. Trotz dieser Ergebnisse reichten die Leistungen und die allgemeine Bewertung seiner Arbeit nicht für eine Vertragsverlängerung aus.
Zweifel an seiner Arbeitsweise
Innerhalb des Verbandes soll es seit längerem Vorbehalte gegenüber Garcias teils als altmodisch empfundenem Führungsstil gegeben haben.
Auch während der Weltmeisterschaft konnte er diese Zweifel offenbar nicht ausräumen. Insbesondere einige seiner Wechselentscheidungen sorgten intern und extern für Kritik und Unverständnis. Nach Einschätzung der Verbandsführung fehlte damit die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit.
Dank des Verbands
In einer Mitteilung würdigte der Belgische Fußballverband dennoch Garcias Arbeit: „Seit seiner Ernennung hat Rudi die Roten Teufel durch eine schwierige Phase geführt. Er sicherte den Verbleib in der UEFA Nations League A, qualifizierte Belgien für die WM 2026 und erreichte dort das Viertelfinale. Wir möchten Rudi Garcia und seinem Trainerstab aufrichtig für ihren Einsatz, ihre Professionalität und ihr Engagement in den vergangenen achtzehn Monaten danken.“
Mannaert sucht Nachfolger
Auch Sportdirektor Vincent Mannaert bedankte sich bei Garcia: „Rudi Garcia hat zweifellos zur Wiederbelebung der Roten Teufel beigetragen. Er übernahm die Mannschaft in einer schwierigen sportlichen und finanziellen Situation. Dank seines Einsatzes und seiner Erfahrung wurde der Teamgeist wiederhergestellt und bei der Weltmeisterschaft ein gutes Ergebnis erzielt.“
Mannaert kündigte zugleich an, die Suche nach einem Nachfolger einzuleiten: „Gemeinsam mit meinem Team bereiten wir nun einen neuen Zyklus vor, einschließlich der Ernennung eines neuen Nationaltrainers.“
Unter Zeitdruck
Viel Zeit bleibt dem Verband nicht: Bereits Ende September stehen für Belgien die nächsten vier Spiele in der Nations League auf dem Programm. Bis dahin soll möglichst ein neuer Nationaltrainer gefunden und vorgestellt werden.
