Remco Evenepoel hat am Sonntag auf dem Plateau de Solaison seine erste Straßenetappe bei der Tour de France gewonnen. Im Sprint setzte sich der Belgier gegen den Gesamtführenden Tadej Pogačar durch. Seine beiden bisherigen Tour-Etappensiege hatte Evenepoel in Einzelzeitfahren errungen.
Erster Sieg von Remco Evenepoel bei einer Straßenetappe der Tour de France
„Das ist unglaublich, ich zittere vor Emotionen“, sagte der Fahrer von Red Bull-BORA-hansgrohe nach der Zieldurchfahrt.
„Ein großer Schritt nach vorne“
Evenepoel sprach von einem wechselhaften Tag: „Schon vom Start an war es ein unglaublicher Tag. Eigentlich habe ich mich zu Beginn sehr schlecht gefühlt, aber im Laufe der Etappe wurde es immer besser.“
Der 26-Jährige hob anschließend die Leistung seines großen Rivalen hervor: „Man muss verstehen, dass ich gegen den besten Radfahrer der Geschichte fahre. Er hat einen fantastischen Anstieg gefahren, um gemeinsam mit Isaac Del Toro diese Etappe zu gewinnen. Dass ich ihm folgen konnte, ist für mich ein großer Schritt nach vorne.“
Evenepoel nutzte die Gelegenheit auch, auf die Kritik der vergangenen Monate zu reagieren: „Oft wird behauptet, dass ich in den Bergen nicht mithalten kann. Dieser Sieg bedeutet mir und den Menschen um mich herum sehr viel.“
Pogačar und Del Toro abgewehrt
Rund sieben Kilometer vor dem Gipfel konnte Evenepoel das Hinterrad von Pogačar halten. Anschließend wehrte er zwei Attacken des Mexikaners Isaac Del Toro, Teamkollege des Trägers des Gelben Trikots, erfolgreich ab.
„Ich hatte eigentlich nicht mehr mit einem Angriff von Isaac gerechnet, aber er hat es auf den letzten steilen Kilometern versucht und später noch einmal im Schlusskilometer. Für mich war das die ideale Ausgangslage für den Sprint.“
Im Schlussspurt ließ Evenepoel seinen Konkurrenten schließlich keine Chance.
Während sich die zuständige Ministerin zunächst auf die offizielle Regierungserklärung beschränkte, erläuterte Vizepremierminister Maxime Prévot (Les Engagés) die Beweggründe in einem Interview mit RTL Info. Er sprach von der Notwendigkeit, „den öffentlichen Dienst zu modernisieren“. Zugleich verteidigte er die Abschaffung des bisherigen Systems: „Wir beenden diese typisch belgische Maßnahme, bei der Beamte Jahr für Jahr Krankheitstage ansammeln konnten, für den Fall, dass sie irgendwann krank werden – ohne dabei bereits erworbene Rechte anzutasten.“
Jetzt Zweiter der Gesamtwertung
Der Sieg erhält zusätzliche Bedeutung, weil Jonas Vingegaard (Visma–Lease a Bike) nach einem Sturz das Rennen aufgeben musste. Dadurch rückt Evenepoel auf den zweiten Platz der Gesamtwertung vor. Sein Rückstand auf Spitzenreiter Pogačar beträgt nun rund fünf Minuten.
Trotz seines sportlichen Profits zeigte sich Evenepoel betroffen vom Ausstieg des Dänen: „Das sind schlechte Nachrichten für ihn, für sein Team und auch für das Rennen. So etwas wünscht man niemandem.“
Mit seinem Triumph feiert Evenepoel nicht nur seinen ersten Sieg auf einer Tour-Straßenetappe, sondern setzt auch ein wichtiges Zeichen im Kampf um das Podium in Paris.
