Bei einem Brand im Oxy-Gebäude im Zentrum von Brüssel sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Sechs weitere Personen werden vermisst. Das Gebäude wird derzeit umfassend saniert. Zum Zeitpunkt des Brandes waren dort mehr als 200 Arbeiter beschäftigt. Am Dienstagnachmittag traf König Philippe am Bruckèreplatz ein.
Tote und Vermisste bei schwerem Hochhausbrand in Brüssel: König Philippe und Premierminister De Wever vor Ort
Die Feuerwehr sucht weiterhin mit Hochdruck nach den Vermissten. Das Feuer brach am frühen Morgen aus und schien zunächst rasch unter Kontrolle zu sein. Inzwischen hat sich jedoch das Ausmaß der Tragödie am Brouckèreplatz im Zentrum von Brüssel gezeigt.
„Sechs Personen galten als vermisst – Arbeiter, zu denen wir keinen Kontakt herstellen konnten“, sagte Brecht Speybrouck, Sprecher der Brüsseler Arbeitsaufsichtsbehörde.
„Außerdem waren zwei Aufzüge in zwei Aufzugsschächten blockiert. Inzwischen konnte die Feuerwehr eine kleine Öffnung in einem der beiden Aufzüge schaffen. Darin wurden mehrere Todesopfer gefunden. Um wie viele Personen es sich genau handelt, ist noch unklar. Möglicherweise handelt es sich um alle sechs Vermissten, es könnten sich aber auch noch Menschen im anderen Aufzug oder an anderer Stelle befinden.“
„Der Brand im ersten und zweiten Obergeschoss konnte rasch unter Kontrolle gebracht werden“, sagte Walter Derieuw, Sprecher der Brüsseler Feuerwehr, gegenüber Bruzz. „Die Flammen gelangten jedoch in den Aufzugsschacht und breiteten sich bis in das zweite Untergeschoss aus. Dort entstand ein schwerer Brand, der gegen 9 Uhr unter Kontrolle gebracht werden konnte.“
Die Arbeiter der Baustelle werden in einem nahegelegenen Betriebsrestaurant betreut. Das Rote Kreuz ist vor Ort, um psychosoziale Hilfe zu leisten. Neben dem internen Notfallplan wurde auch ein medizinischer Interventionsplan ausgerufen.
Zwei Personen mit Verbrennungen wurden in das Militärkrankenhaus in Neder-over-Heembeek gebracht. Außerdem musste ein Feuerwehrmann, der an Hyperthermie litt, vor Ort behandelt werden.
Im Oxy-Gebäude entstehen unter anderem Luxuswohnungen, ein Hotel, Büroflächen und Restaurants, darunter auch eine Rooftop-Bar.
Am Dienstagnachmittag haben König Philippe und Premierminister Bart De Wever den Unglücksort besucht, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen und ihr Beileid auszudrücken.
Bürgermeister Close: „Eine Tragödie, die uns tief erschüttert“
„Dies ist eine Tragödie, die uns tief erschüttert“, sagte der Brüsseler Bürgermeister Philippe Close (PS, frankophone Sozialisten). „Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Angehörigen, den Verletzten sowie den Beschäftigten, die sich in dem Gebäude befanden.“
Er dankte zudem der Feuerwehr, den Rettungsdiensten, der Polizei und den medizinischen Teams für ihren Einsatz. „Unter äußerst schwierigen Bedingungen haben sie Außergewöhnliches geleistet.“

