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Inland
Justiz

Deutlich weniger Kokain im Hafen von Antwerpen beschlagnahmt als im ersten Halbjahr des Vorjahres

Der belgische Zoll hat im ersten Halbjahr 2026 im Hafen von Antwerpen deutlich weniger Kokain sichergestellt als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig ist die Zahl der Sicherstellungen von Cannabis gestiegen.

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Zwischen Januar und Juni beschlagnahmte der Zoll im Hafen von Antwerpen 5,4 Tonnen Kokain. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 16,7 Tonnen. Auch die Zahl der Sicherstellungen ging deutlich zurück – von 82 auf 28 Fälle.

Die durchschnittliche Menge pro Sicherstellung blieb mit rund 193 Kilogramm je Fall stabil. „Das deutet darauf hin, dass Schmuggler ihre Lieferungen weiterhin in kleinere Chargen aufteilen, um das Risiko einer Entdeckung zu verringern“, teilte der Zoll mit.

Die sogenannte „Rip-off-Methode“, bei der Drogen ohne Wissen von Absender oder Empfänger in legalen Waren versteckt werden, bleibt die am häufigsten genutzte Schmuggelmethode.

Die größten Mengen stammten unter anderem aus Guyana, Ecuador, Panama, Costa Rica und Kolumbien.

Umladungen auf See

Nach Angaben des Zolls zeichnet sich ein neuer Trend ab: Kriminelle Organisationen laden Kokain zunehmend auf See von großen Frachtschiffen auf kleinere Boote um. Auch werden Pakete über Bord geworfen, damit sie später von kleineren Booten aufgenommen werden können.

Während der internationalen Anti-Drogen-Schmuggeloperation „White Sea VI“, an der 14 europäische Länder beteiligt waren, wurden 454 Kilogramm Kokain sichergestellt und fünf Verdächtige festgenommen.

Mehr Cannabis sichergestellt

Gleichzeitig ist die Zahl der Sicherstellungen von Cannabis gestiegen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres beschlagnahmte der Zoll 2,3 Tonnen Marihuana in 13 Fällen sowie 8,5 Tonnen Haschisch in vier Fällen. Das Marihuana stammte überwiegend aus Kanada und Thailand, das Haschisch hauptsächlich aus Marokko.

Die zunehmende Einfuhr von Marihuana aus Kanada hat zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen dem belgischen und dem kanadischen Zoll geführt.

Belgien unterzeichnete Anfang Juni gemeinsam mit den Niederlanden und Frankreich eine Absichtserklärung mit der kanadischen Grenzschutzbehörde. Ziel ist es, den Informationsaustausch zu verstärken und gemeinsame Maßnahmen gegen den internationalen Drogenhandel zu ermöglichen.

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