Es sollte wohl nicht sein für die Roten Teufel. In Los Angeles schienen die Belgier bereit, gegen die Spanien ein Wunder zu vollbringen, doch in der Schlussphase kam die bittere Enttäuschung. Der eingewechselte Keeper Senne Lammens wehrte einen spanischen Ball ab. Merino bekam diesen Ballund zögerte nicht, den Belgiern den Garaus zu machen. Ein so enttäuschendes WM-Aus nach einer couragierten Leistung der Teufel, die einmal mehr dem (fast erfolgreichen) „Garcia-Experiment“ ausgesetzt waren.
Mit 1:2 gegen Spanien verloren - Das WM-Abenteuer der Roten Teufel ist vorbei - Enttäuschung bei Spielern und Fans
WM-Viertelfinale gegen den amtierenden Europameister Spanien. Ganz Belgien saß angespannt vor dem Bildschirm. Trainer Rudi Garcia schickte seine Stars aufs Feld: Kevin De Bruyne und Jeremy Doku. Doch es gab auch einen schweren Rückschlag beim Aufwärmen. Youri Tielemans fiel mit einer Adduktorenverletzung aus und Vanaken musste als Ersatzspieler einspringen.
Fast eine halbe Stunde lang gab es nur wenig Spektakel zu sehen. Eine seltsame Ruhe lag in der riesigen Arena. Kaum Atmosphäre, kaum Chancen - nur ein Schuss von Yamal ging einmal knapp am belgischen Tor vorbei, bis die Roten Teufel in der 29. Minute brutal aus ihren Träumen gerissen wurden.
Rückstand und Ausgleich
Doku wurde von Porro von hinten überlaufen und der bediente der Olmo. Courtois' Versuch, den Ball abzuwehren, landete unglücklich in den Füßen von Ruiz: 0:1. Bitter, so ein einfaches Gegentor. Vor allem, da Spanien nicht überragend spielte.
Die Aufgabe für die Roten Teufel war plötzlich viel schwieriger geworden. Denn die Festung Spanien hatte im gesamten Turnier noch kein einziges Gegentor kassiert. Doch dann… Kurz vor der Halbzeitpause erreichte ein schneller belgischer Angriff Castagne. Der Außenverteidiger schlug eine Flanke direkt vor das Tor. Und da warf sich De Ketelaere perfekt vor seinen Gegenspieler und köpfte den Ball ins lange Eck: 1:1!
Die spanische Mauer wurde von „König Charles“ durchbrochen, wodurch die Belgier zurück ins Spiel fanden.
Weinender Courtois
Spanien war nicht mehr die unaufhaltsame Mannschaft, die Belgien kurzzeitig überrollt hatte. Sie dominierten zwar, erspielten sich aber kaum Torchancen, auch nach der Pause nicht. Zunächst hatten die Belgier die besten Möglichkeiten. De Cuyper hämmerte den Ball ans Außennetz, De Bruyne zielte aus der Drehung zentral aufs Tor. Zeit für Nationaltrainer Rudy Garcia, seine Wechselmagie zu nutzen. Vanaken, Trossard und De Cuyper gingen vom Platz, Seys, Lukaku und… Witsel kamen für sie ins Spiel.
Courtois musste dann erneut eingreifen, diesmal bei einem Schuss von Oyarzabal. Wenige Sekunden vor der letzten Trinkpause ging der Torwart zu Boden. Courtois musste unter Tränen ausgewechselt werden und Garcia wechselte Senne Lammens ein. Courtois sagte nach dem Spiel, er hätte eigentlich weiterspielen können, doch Garcia habe seine Entscheidung bereits getroffen… Und auch der erschöpfte De Bruyne musste wenige Minuten vor Schluss ausgewechselt werden.
Einige Minuten später ergab sich für die Devils eine exzellente Konterchance, doch De Ketelaere erreichte den völlig ungedeckten Doku nicht.
Dramatische Schlussminuten
In den letzten Minuten der regulären Spielzeit stand es noch immer unentschieden. Die Roten Teufel hielten gegen Yamal in Schach und schleppten sich in die Verlängerung. Doch dann kam der Moment, der den belgischen Kampfgeist endgültig brechen sollte.
Keeper Lammens, der nicht aufgewärmt ins Spiel kam, hatte bisher noch keinen Schuss halten müssen. Doch bei einem Fernschuss von Cubarsi verschätzte er sich und Merino schob den Abpraller ins Tor: 2:1.
Diesmal gab es kein Wunder. Garcias „Wechselzauber“ war verflogen. Die Weltmeisterschaft der Belgier endet im Viertelfinale. Und der amerikanische Traum ist ausgeträumt. Aber, die Roten Teufel können trotzdem erhobenen Hauptes nach Belgien zurückkehren.
Gesprächsstoff
Hinter den Kulissen warten jetzt wichtige Aufgabe. Der Fußballverband (KBVB) hat bereits signalisiert, dass er seine Schlüsselspieler Thibaut Courtois, Romelu Lukaku und Kevin De Bruyne in der Nationalmannschaft halten möchte. Gerade bei Courtois gab es große Zweifel an seinen Rücktrittsplänen als Nationalspieler, doch die letzten Wochen bei der Weltmeisterschaft scheinen den Nationaltorhüter wieder überzeugt zu haben.
Und was ist mit Kevin De Bruyne, der sich seine Weltmeisterschaft vermutlich anders vorgestellt hatte? Oder mit Romelu Lukaku, der seit einem Jahr mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hat?
Jetzt liegt es an Vincent Mannaert, der kürzlich seinen Vertrag als Technischer Direktor bis Dezember 2028 verlängert hat, in den kommenden Wochen Gespräche mit den Spielern der zu führen.
Und da ist noch eine weitere Akte auf seinem Schreibtisch: Rudi Garcia. Der Nationaltrainer soll nach der Weltmeisterschaft evaluiert werden. Jetzt bleibt abzuwarten, wie die Wechselabenteuer des Franzosen intern geprüft wurden.
Quelle: Sporza
