Aufgrund der anhaltenden Dürre verbietet der flämisch-niederländische North Sea Port vorübergehend Massengutfrachtern die Durchfahrt durch den Gent-Terneuzen-Kanal. Betroffen sind Schiffe, die tiefer als 12,35 Meter unter dem Wasserspiegel liegen. Mehrere Schleusen in Terneuzen werden ebenfalls teilweise geschlossen. Der Wasserstand ist etwa 15 Zentimeter niedriger als der Sollwert und der Salzgehalt fast dreimal so hoch wie zulässig.
Zu wenig Wassertiefe - Trockenheit trifft Gent-Terneuzen-Kanal - North Sea Port schränkt Schifffahrt ein und schließt zeitweise einige Schleusen
Der Wasserstand im Gent-Terneuzen-Kanal ist niedriger als normal. Wie bereits im Vorjahr hat der Fusionshafen North Sea Port (Gent, Terneuzen) daher beschlossen, dass Schiffe nicht tiefer als 12,35 Meter im Wasser liegen dürfen. Schiffe können dies selbst kompensieren, indem sie weniger Ladung transportieren und somit ihr Gewicht reduzieren.
Mit dieser Maßnahme will der Fusionshafen einen ausreichenden Abstand zwischen Schiffsrumpf und Kanalgrund gewährleisten. Dieser Abstand muss mindestens einen Meter betragen.
Salzgehalt
Aufgrund der Dürre fließt über Leie und Schelde weniger Süßwasser in den Kanal. Dadurch versalzt das Kanalwasser schneller: Der Salzgehalt liegt aktuell bei 8.000 bis 8.500 Milligramm pro Liter, der Standardwert beträgt 3.000 Milligramm pro Liter.
Um das Gleichgewicht wiederherzustellen, werden die drei Schleusen in Terneuzen zeitweise geschlossen. Dies reduziert den Salzwassereintrag in den Kanal.
Die Nieuwe Sluis ist von vier Stunden vor bis vier Stunden nach Niedrigwasser, die Westsluis von drei Stunden vor bis drei Stunden nach Niedrigwasser und die Oostsluis von zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach Niedrigwasser geschlossen. Bei Niedrigwasser ist der Meeresspiegel am niedrigsten und der Salzwassereintrag am geringsten.
Auswirkungen auf die Planung
Unternehmen, die Wasser aus dem Kanal zur Kühlung ihrer Maschinen nutzen, erhalten möglicherweise weniger Wasser. Die Wasserqualität kann sich aufgrund des höheren Salzgehalts verschlechtern. North Sea Port empfiehlt Unternehmen daher, ihre Planung anzupassen.
Die Wasserbewirtschaftung des Kanals obliegt Rijkswaterstaat für den niederländischen und der flämischen Regierung für den flämischen Abschnitt. Die entsprechenden Behörden überwachen Wasserstand und Salzgehalt und betreiben die Schleusen. North Sea Port selbst ist nicht für die Wasserbewirtschaftung zuständig, sondern überwacht die Situation und informiert Kunden, z.B. die Reedereien, über die Auswirkungen auf Schifffahrt und Transport.
