Der Stadtrat von Ostende hat den Zukunftsplan für das Thermae Palace (Foto) genehmigt. Damit kann die dringend notwendige Restaurierung des traditionsreichen Hotels an der Küste endlich beginnen. Das renovierte Hotel wird über 200 Zimmer verfügen. Zusätzlich wird es eine erweiterte Infrastruktur für Konferenzen, Veranstaltungen und Wellness geben.
Ostende genehmigt den Zukunftsplan für das Thermae Palace Hotel: „Arbeiten werden vier bis fünf Jahre dauern“
Der Stadtrat von Ostende hat einen Nachtrag zum Kooperationsvertrag für die Königlichen Galerien und das Thermae Palace genehmigt. Die vier Partner – die flämische Landesregierung, die Investmentgesellschaft PMV, der Hotelbetreiber Restotel und die Stadt Ostende – haben eine Vereinbarung über die Restaurierung und den zukünftigen Betrieb des größten denkmalgeschützten Gebäudes an der belgischen Küste getroffen.
Die Vereinbarung sieht eine Erweiterung des Hotels auf mindestens 203 Zimmer vor, ergänzt durch Wellness- und Konferenzeinrichtungen. Insgesamt beläuft sich die Investition auf 81 Mio. €. Flandern steuert 42,5 Mio. € bei, davon 12,5 Mio. € von „Tourismus Flandern“. Die Restaurierungsarbeiten am Hotel sollen im Februar 2027 beginnen und vier bis fünf Jahre dauern. Die Restaurierung der östlichen und westlichen Königlichen Galerien ist bereits im Gange und wird bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.
Hochhauspläne verworfen
Die zuvor angekündigten Pläne für Hochhäuser auf dem Gelände wurden endgültig aufgegeben. Auch der Umzug des Mu.ZEE-Kunstmuseums in den Thermenpalast wird nicht realisiert. Die Königlichen Galerien bleiben Eigentum der Stadt Ostende, und auch das Grundstück wird an die Stadt übertragen.
Für das Gesamtprojekt wird eine eigene Gesellschaft gegründet. Die Stadt wird einen Direktor in den Aufsichtsrat dieser Projektgesellschaft entsenden. Für wichtige strategische Entscheidungen ist Einstimmigkeit erforderlich. Die Stadt, die Landesregierung und PMV behalten sich zudem Vorkaufs- und Vorzugsrechte für den Fall einer möglichen Übertragung vor.
Denkmalschutzverein zufrieden, bleibt aber wachsam
Der Denkmalschutzverein „Dement Oostende“ reagiert positiv. In den letzten Jahren hatte sich der Verein gegen die ursprünglichen Pläne eingesetzt, die Wohnungen auf dem Gelände vorsahen. „Dement“ sorgte sich in der Vergangenheit um die Zukunft des Hotels Thermae Palace als denkmalgeschütztes Gebäude.
Laut Guy Servaes von „Dement“ liegen jetzt ausreichende Vorkehrungen zum Schutz des Denkmalwerts des Gebäudes vor: „Während vor zweieinhalb Jahren ein mangelhafter Plan vorlag, besteht jetzt eine solide Einigung.“ Der Verein betont jedoch, dass er weiterhin wachsam bleiben wird: „Wir werden die weitere Umsetzung des Projekts genau beobachten und sicherstellen, dass alle eingegangenen Verpflichtungen auch tatsächlich erfüllt werden.“
Durchbruch nach 30 Jahren
Ostendes Bürgermeister John Crombez (Vooruit Plus, fläm. Sozialisten) freut sich über den Durchbruch in einem Vorgang, der sich bis jetzt rund 30 Jahre hingezogen hat: „Durch die Erweiterung des Hotels um die doppelte Zimmeranzahl, einschließlich Wellness- und Konferenzeinrichtungen, wurde ein Konzept gefunden, das Rentabilität und einen nachhaltigen Betrieb gewährleistet.“
Gleichzeitig wird das wertvolle Gebäude unter Berücksichtigung seines Denkmalwerts restauriert. Auch für die Instandhaltung gibt es Vorkehrungen. Die Vereinbarungen zur Instandhaltung des Gebäudes sollen gewährleisten, dass der Thermenpalast nie wieder in den gleichen desolaten Zustand gerät wie jetzt.
Die Restaurierung der Königlichen Galerien zu beiden Seiten des Hotels schreitet unterdessen voran. Sie soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Sobald die Galerien fertiggestellt sind, beginnen die Arbeiten am Hotel selbst.
Konferenzzentrum als neue Attraktion
Michel Casselman von PMV sieht die Konferenzfunktion des renovierten Hotels als bedeutenden Mehrwert für Ostende: „Es besteht Bedarf an Räumlichkeiten, in denen sich Hunderte von Menschen zu Geschäftstreffen oder wissenschaftlichen Symposien versammeln können.“
Der Thermenpalast wird über einen Saal für mehrere Hundert Besucher und 115 Parkplätze verfügen. Casselman vergleicht diese neue Funktion mit der des Casino Kursaals, in dem in der Vergangenheit häufig Konferenzen stattfanden. Das renovierte Hotel soll diese Rolle übernehmen.
