Das niederländische Ministerium für Wirtschaft und Klimapolitik veranstaltete im Gebäude der Provinz Ostflandern in Gent eine Informationsveranstaltung zu den Plänen für den Bau zweier neuer Atomkraftwerke in den Niederlanden (Foto). Terneuzen ist weiterhin einer der möglichen Standorte, und da diese Stadt nahe der Grenze zu Belgien liegt, wollen die Niederlande das betroffene Bundesland Flandern aktiv in den Entscheidungsprozess einbeziehen.
Die Niederlande informieren die flämische Bevölkerung über mögliches Atomkraftwerk in Terneuzen
Die Niederlande planen, sich voll und ganz für den Bau neuer Atomkraftwerke zu engagieren. Laut Mara Hoogveld, Sprecherin des niederländischen Ministeriums für Wirtschaft und Klimapolitik, wird Flandern genauso einbezogen wie die Bevölkerung von Zeeland.
Dies umfasst Informationsveranstaltungen, Gespräche mit Anwohnern, Kommunen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. „Wir legen großen Wert auf offene, transparente und zeitnahe Kommunikation, damit alle gut informiert sind“, so Hoogveld. Eine endgültige Standortentscheidung ist noch nicht gefallen.
Die Provinz bezieht noch keine Stellung
Der Vorsitzende des Rates der Provinz Ostflandern, Kurt Moens (N-VA, fläm. Nationaldemokreten), hielt die Informationsveranstaltung an sich für positiv. „Ich finde es völlig normal, dass die niederländische Regierung die Einwohner der Provinz informiert“, sagt er gegenüber VRT NWS.
Dennoch will die Provinz vorerst keine Stellung beziehen. „Solange wir nicht genau wissen, wo das Kernkraftwerk liegt, werden wir keine Stellung beziehen. Aber wir werden dabei mit dem nötigen gesunden Menschenverstand vorgehen“, so Moens. Das Thema wurde im Provinzrat bereits mehrmals angesprochen.
Moens räumt ein, dass es in der Grenzregion Besorgnis gibt. „Das sollten wir auch nicht leugnen. Es gibt Fragen, das ist immer so. Bei der Kernenergie spielt natürlich immer noch eine gewisse Emotionalität eine Rolle.“
