Zum Hauptinhalt springen
Luc Preire in Knokke (c) BeCulture

„Abstraktion im Überfluss“: Knokke-Heist widmet dem belgischen Künstler Luc Peire eine umfassende Ausstellung

Vom 13. Juni bis zum 25. Oktober präsentiert das Kulturzentrum Scharpoord in Knokke-Heist die Ausstellung „Abstraktion im Überfluss“, eine große Übersichtsexpo, die sich dem Werk und der Welt des belgischen Künstlers Luc Peire (1916–1994) widmet. Die Ausstellung führt durch Malerei, Architektur, Design und die internationale Avantgarde in einen überraschenden Dialog und beleuchtet gleichzeitig die besondere Verbindung zwischen Peire und Knokke-Heist.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

„Abstraktion im Überfluss“ zeigt, wie Luc Peire zu einer Schlüsselfigur der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit wurde. Obwohl er international vor allem für seine monumentalen vertikalen Abstraktionen bekannt ist, stellt die Ausstellung sein Œuvre bewusst in einen breiteren Kontext. Anhand von Gemälden, Skulpturen, Modellen, Filmen, Archivmaterial und Kunstintegrationen wird sichtbar, wie Peire an der Schnittstelle von Kunst, Architektur und Design agierte.

Seine Werke werden neben Arbeiten internationaler Größen wie Pierre Soulages, Victor Vasarely, Michel Seuphor, Georges Folmer und Aurélie Nemours präsentiert, ergänzt durch Meisterwerke aus der Sammlung Mu.ZEE.

Von der Figuration zur ikonischen Vertikalität

Die Ausstellung führt die Besucher durch verschiedene Phasen von Peires künstlerischem Schaffen: von seinen frühen figurativen Gemälden und farbenfrohen Kompositionen bis hin zu der klaren, vertikalen Bildsprache, mit der er internationale Anerkennung erlangte. 

"Brasilia", Luc Peire

„Abstraktion im Überfluss“ beleuchtet gleichzeitig die reiche Kunstgeschichte von Knokke-Heist. Ab den 1950er-Jahren entwickelte sich die Küstenstadt zu einem internationalen Treffpunkt für innovative Künstler, Architekten und Sammler. Die Ausstellung nimmt unter anderem Bezug auf die legendäre Ausstellung „Vormen van Heden“ (Formen der Gegenwart) von 1957 und zeigt, wie Luc Peire die kulturelle DNA von Knokke-Heist mitprägte.

Exakt fünfzig Jahre später zurück in Scharpoord

Die Ausstellung erhält eine besondere historische Bedeutung. Vor genau fünfzig Jahren fand in Scharpoord die Ausstellung „Aspekte“ statt, Luc Peires zweite Ausstellung in Knokke-Heist und die allererste Ausstellung im Kulturzentrum überhaupt – noch vor der offiziellen Einweihung des Gebäudes. Dass diese neue Ausstellung erneut in den Sommermonaten stattfindet, macht Peires symbolische Rückkehr nach Scharpoord umso bedeutsamer.

"Denghse", Luc Peire

Die Ausstellung wurde von David Vermeiren (geb. 1987) kuratiert, einem Historiker und Forscher mit Schwerpunkt auf der belgischen Avantgarde nach dem Zweiten Weltkrieg. Basierend auf seiner Arbeit mit Künstlerarchiven und seiner aktuellen Tätigkeit als Forscher für abstrakte Kunst bei Mu.ZEE bietet er eine prägnante und fundierte Perspektive auf Luc Peires Werk und dessen breiteren künstlerischen Kontext.

Rahmenprogramm

Neben der Ausstellung können Besucher an der ART Tour by Luc Peire teilnehmen, einem Rundgang durch Knokke-Heist, der zu Orten und Kunstwerken führt, die mit dem Leben und Werk des Künstlers verbunden sind.

Das Peiremuzee, das ehemalige Wohnhaus von Luc Peire und seiner Frau Jenny in der Judestraat, ist eine wertvolle Ergänzung zur Ausstellung. Dort können Besucher unter anderem Peires ikonische immersive Installation „Environment“ entdecken, ergänzt durch eine außergewöhnliche Präsentation einer Installation von Paul Laenen aus dem Mu.ZEE.-Sammlung.

„Abstraktion im Überfluss“, Luc Peire, noch bis zum 25.10.202, Kulturzentrum Scharpoord, Maxim Willemspad 1, 8300 Knokke-Heist. Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen Cultuur Knokke-Heist und Mu.ZEE. Info: cultuur.knokke-heist.be/lucpeire    

Eine Küstenlandschaft von Luc Peire

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5