Die PXL-Hochschule in Hasselt in der Provinz Limburg testet „CareAIgent“, eine KI-Anwendung, die Patientengespräche mithört und medizinische Dokumente automatisch ausfüllt. Diese neue Technologie soll sicherstellen, dass Mediziner und das Pflegepersonal im Gesundheitswesen in Flandern mehr Zeit für ihre Patienten haben. „Die letztendliche Verantwortung liegt jedoch weiterhin beim Arzt oder der Pflegekraft. Die ausgefüllten Felder müssen stets vom Gesundheitsdienstleister überprüft und bestätigt werden,“ heißt es dazu in Hasselt.
PXL testet KI-Anwendung zur Entlastung von Gesundheitspersonal bei administrative Aufgaben
Simulationen mit „CareAIgent“ werden auf dem Healthcare Campus der PXL-Hochschule in Hasselt durchgeführt. Die neue KI-Anwendung soll sicherstellen, dass Gesundheitsdienstleister mehr Zeit für ihre Patienten haben.
„Die Technologie hört das Gespräch mit und füllt Parameter in der Patientenakte aus“, erklärt Robin Schrijvers, der an der Entwicklung des Systems mitgeforscht hat, gegenüber VRT NWS. PXL kooperiert hierfür mit Spikes. Dieses Unternehmen entwickelt eine Technologie auf Basis von Text-to-Speech.
„So muss das Personal im Gesundheitswesen die Dateien nicht mehr manuell eingeben“, fährt Schrijvers fort. „Da das Gespräch aufgezeichnet wird, wird die Akte in Echtzeit ausgefüllt.“
Ziel ist, die Frustration durch doppelte Dateneingabe und endlose Registrierungen zu beenden, die derzeit die Arbeitsbelastung in die Höhe treiben. Die neue Anwendung soll so die Zeit, die aktuell an Bildschirmen und Systemen verloren geht, den Mitarbeitern am Patientenbett zurückgeben.
Dozenten und Studierende lernen gleichermaßen, mit der neuen KI-Anwendung zu arbeiten
Isabel Kortleven von PXL Healthcare Innovation betont die Dringlichkeit. Die PXL Hochschule für Angewandte Wissenschaften befragte 200 Fachkräfte im Gesundheitswesen: „Dabei zeigte sich, dass 80 % der Pflegekräfte und der Verwaltungsmitarbeiter KI gegenüber aufgeschlossen sind, insbesondere um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren.“
Trotz der fortschrittlichen Technologie rückt der Gesundheitsdienstleister nicht in den Hintergrund. „Wir sind überzeugt, dass der Patient davon profitiert, dass die Pflegekraft nicht mehr so lange am Computer sitzen muss“, so Kortleven weiter.
„Der Arzt oder die Pflegekraft bleibt letztendlich immer verantwortlich“, versichert Schrijvers. „Die KI unterstützt lediglich. Der Anwender muss die ausgefüllten Felder stets überprüfen und bestätigen.“
Laut den Forschern liegt die größte Hürde für KI im Gesundheitswesen daher weniger in der Technologie selbst, sondern vielmehr im fehlenden Wissen und Vertrauen in sie. Aus diesem Grund führt die PXL Hochschule für Angewandte Wissenschaften derzeit Simulationen mit Studierenden und Dozenten durch.
Im Herbst 2026 soll das Projekt in realen Gesundheitseinrichtungen mit echten Patienten erprobt werden. „Wir hoffen, bis zum Ende dieses zweijährigen Projekts ein Tool zu entwickeln, das effektiv und sicher im gesamten Gesundheitswesen eingesetzt werden kann“, so Kortleven.
