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Kein Fahrkartenverkauf mehr im Zug in Belgien: Neue Regelungen bei der Bahn

Darf man noch auf dem Bahnsteig zum Abschied winken? Und was passiert, wenn die Fahrkartenautomaten defekt sind? 5 Fragen zur neuen Fahrkartenregelung der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB. Ab dem 1. Juli ist der Kauf von Fahrkarten im Zug nicht mehr möglich – Zuwiderhandlungen werden mit hohen Geldstrafen geahndet. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Nach den Regelungen der muss man auch auf dem Bahnsteig eine Fahrkarte vorzeigen können. Was muss man also tun, um z.B. sein Kind zum Bahnsteig begleiten? Und wird es mit all den Automaten und mobilen Tickets nicht schwierig für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen?

1. Fahrkartenkontrollen werden bereits auf dem Bahnsteig eingeführt: Darf ich mein . Kind zum Zug begleiten oder ihm dort zuwinken?

Zunächst einmal: Die Regel, dass man auf dem Bahnsteig eine gültige Fahrkarte vorzeigen können muss, besteht schon lange. „Wir werden dies lediglich strenger und häufiger kontrollieren“, so Bahn-Sprecher Dimitri Temmerman.

Diese Kontrollen dienen natürlich in erster Linie dazu, Schwarzfahrer zu überführen. „Personen, die jemanden kurz zum Bahnsteig begleiten oder verabschieden, fallen nicht darunter“, versichert Temmerman. Daher wird von den Kontrolleuren und den Reisenden in erster Linie gesunder Menschenverstand erwartet.

Aus diesem Grund möchte die belgische Bahn auch nicht darüber diskutieren, wo die Bahnhofshalle bzw. die öffentliche Straße endet und der Bahnsteig beginnt. Die Beschilderung wird derzeit überarbeitet, um dies deutlicher zu kennzeichnen.

Bekannt ist außerdem, dass sich die Fahrkartenautomaten in einigen Bahnhöfen nur auf dem Bahnsteig befinden. In diesem Fall ist es vergleichbar mit dem Parken auf der Straße: Man erwartet einfach, dass man sich direkt nach der Ankunft ein Parkticket kauft.

2. Werden Bahnsteige irgendwann für Fahrgäste ohne Ticket gesperrt?

Sicher nicht sofort und wahrscheinlich auch nicht überall. „Das wird geprüft“, so der Bahnsprecher. In diesem Fall kämen Drehkreuze am Bahnsteig zum Einsatz, wie man sie gelegentlich im Ausland sieht. Noch einmal: Das ist derzeit nicht der Fall. Übrigens gab es bei der NMBS vor langer Zeit ein „Bahnsteigticket“, eine günstige Karte, mit der Angehörige Fahrgäste zum Zug begleiten konnten, bestätigt Dimitri Temmerman. Er rechnet nicht damit, dass das jemals wieder eingeführt wird.

Überall Hilfe?

3. Was ist mit älteren Menschen oder Menschen mit Behinderungen, die Probleme mit Smartphones und den Fahrkartenautomaten haben?

„Hilfe ist immer verfügbar“, betont Temmerman. „Auch heute noch haben alle Fahrkartenautomaten eine Telefonnummer, die man bei Problemen anrufen kann. Unsere Mitarbeiter können den Automaten dann fernsteuern, um den Fahrkartenverkauf abzuschließen.“

Ab nächstem Jahr wird das noch einfacher: Neue Automaten mit einem großen Knopf, der dieselbe Funktion hat, werden eingeführt: „Sie müssen also nicht einmal mehr um Hilfe beim Fahrkartenkauf bitten; Sie können einfach den Knopf drücken.“

4. Was passiert, wenn die Fahrkartenautomaten an Ihrem Bahnhof defekt sind?

„Der Zugbegleiter wird automatisch benachrichtigt“, fügt Temmerman hinzu. „Das geschieht bereits heute.“ In diesem Fall muss man sich ausweisen und der Zugbegleiter stellt denselben Fahrschein aus, den auch jemand bei einer Geldstrafe erhalten würde – einen sogenannten „Regularisierungs-Vorschlag“. „Fahrgäste können diesen Fahrschein innerhalb der nächsten 14 Tage zum Kauf einer Fahrkarte zum Normalpreis verwenden.“

Was passiert, wenn Sie die Angabe Ihrer Identität verweigern (oder falsche Angaben machen)? „Dann rufen wir die Securail oder die Polizei.“

5. Mit der neuen Regelung hofft die NMBS auch, Aggressionen gegen Zugbegleiter einzudämmen: Wie soll das geschehen?

„Zunächst bekämpfen wir Betrug, indem wir eine Art ‚Grauzone‘ schließen - die Möglichkeit, noch ein Ticket zu kaufen. Tatsächlich haben einige Reisende es gewagt, mit dem Ticketkauf zu warten, bis ein Zugbegleiter auftauchte,“ so Bahnsprecher Temmerman.

„Dass dies nun nicht mehr möglich ist und jeder ohne Ticket sofort 90 € Strafe zahlen muss, könnte abschreckend wirken. Gleichzeitig werden wir die Kontrollen verstärken. Seit letztem Jahr werden Reisende bereits doppelt so häufig kontrolliert. Diese Kontrollen werden wir nun nochmals intensivieren.“

Indem die Bahn dies auch auf dem Bahnsteig umsetzt, können Diskussionen über Tickets im Zug von vornherein ausgeschlossen werden, „denn genau diese Diskussionen sind die Hauptursache für Aggressionen im Zug“.

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