Zum Hauptinhalt springen
Inland
Wirtschaft

Unternehmer droht: "Lebe wohl Belgien, wenn die Reichensteuer kommt"

Der Vorschlag der frankophonen Zentrumspartei Les Engagés für die Einführung einer Vermögenssteuer stößt in Wirtschaftskreisen auf heftigen Widerstand. Besonders die Reaktion von Odoo-Chef Fabien Pinckaers (Foto) fällt auf: Er droht damit, dass er Belgien verlassen könnte, sollte diese Steuer eingeführt werden, wie die Wirtschaftszeitungen De Tijd und L‘Echo berichteten.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Les Engagés will Vermögen ab 500.000 € besteuern und höhere Steuersätzen für die vermögendsten Belgier einführen. Damit hofft die Partei, dass die Behörden bis zu 2 Mia. € jährlich mehr einnehmen können und dass die „Reichen“ den Staatshaushalt mit unterstützen.

Fabien Pinckaers, der Gründer des belgischen Open-Source-Software-Unternehmens Odoo, bezeichnet den Vorschlag als Angriff auf Unternehmer. Er erklärt, sein Vermögen bestehe hauptsächlich aus Aktien, was bedeute, dass er jährlich Dutzende Millionen Euro Steuern zahlen müsse, ohne über ausreichend liquide Mittel zu verfügen:

„Der Vorschlag sieht bei mir Steuereinnahmen von über 30 Mio. € pro Jahr vor. Ich besitze jedoch nicht mehr als 100.000 € auf meinem Konto. Wir müssen aufhören, Reiche zu stigmatisieren. Angesichts dieses Vorschlags bleibt mir nur die Möglichkeit, Belgien zu verlassen.“

Diese scharfe Kritik setzt Les Engagés weiter unter Druck. Die Partei hat damit bereits intern Probleme und stößt damit auch bei ihren Koalitionspartnern in der belgischen Bundesregierung auf Widerstand.

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5