Das Königliche Meteorologische Institut (KMI) hat für diesen Freitag eine Hitzewarnung der höchsten Stufe („Code Rot“) für die Provinzen Limburg und Lüttich im Osten des Landes heraus: Es werden lokal Höchsttemperaturen bis zu 40°C erwartet. Belgiens Premierminister appelliert an den "gesunden Verstand" der Menschen im Land angesichts der anhaltenden Hitze, die inzwischen auch Smog mit sich bringt. 35,3 Grad in Uccle, bereits der heißeste Tag des Jahres. Beim KMI in Ukkel bei Brüssel wurden um 13 Uhr 30 35,3°C gemessen. Damit ist dieser 26 Juni der bisher der heißeste Tag des Jahres.
„Code Rot“ wegen Hitze – In den belgischen Provinzen Limburg und Lüttich bis zu 40°C heiß
Auch diese Woche bleibt es sehr heiß in Belgien mit Temperaturen von bis zu 35°C und mehr, begleitet von Gewittern. Das KMI hat für diesen Freitag eine Hitzewarnung der höchsten Stufe (Rot) herausgegeben.
Eine solche Warnung ist in Belgien äußerst selten. Erstmals wurde sie am 23. Juli 2019 ausgesprochen, als landesweit eine Hitzewarnung der höchsten Stufe galt. Im August 2020 – während der Corona-Krise – galt vorübergehend „Code Rot“ für fast das gesamte Land. Im Juli 2022 gab das KMI eine Hitzewarnung der höchsten Stufe für den Westen des Landes heraus. Morgen betrifft sie den Osten Belgiens (Limburg und Lüttich).
David Dehenauw, Leiter der Wettervorhersage beim Königlichen Meteorologischen Institut (KMI), gab dies auf X bekannt. Mehrere Wettermodelle sagen voraus, dass die Temperaturen in Teilen der Provinzen Lüttich und Limburg 40°C erreichen könnten.
„Code Rot“ bedeutet so extrem hohe Temperaturen, dass bestimmte Maßnahmen erforderlich sind: „Trinken Sie viel Flüssigkeit, achten Sie auf einen ausreichenden Salzhaushalt, ruhen Sie sich ausreichend aus, halten Sie sich in einem kühlen Raum auf, verwenden Sie bei Dehydrierung feuchte Tücher und meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung.“
Das KMI rät außerdem: „Bringen Sie sich, andere und, wenn möglich, Ihre Habseligkeiten in Sicherheit. Befolgen Sie unbedingt die Anweisungen der zuständigen Behörden.“
Warum ist es jetzt so heiß?
David Dehenauw erklärt, warum es an diesem Freitag stellenweise extrem heiß ist: „Der Wind kommt aus den Ardennen, wo es sehr trocken und warm ist. Diese Luft strömt von den Hochlagen der Ardennen in Richtung Lüttich und Limburg und wird dabei komprimiert. Stellen Sie sich vor, Sie pumpen einen Fahrradreifen auf. Die Pumpe ist danach heiß. Diesen Effekt werden Sie auch in Lüttich und Limburg spüren.“
Das Wetter in den kommenden Tagen
Am Samstag wird es im Westen des Landes etwas kühler, mit Höchstwerten zwischen 28 und 33°C. Auch dort besteht die Möglichkeit von Gewittern. Anderswo bleibt es wärmer mit Höchstwerten von 34 bis 39°C.
Der Sonntag beginnt sonnig, später steigt die Wahrscheinlichkeit für Regen oder Gewitter. Die Höchsttemperaturen liegen dann zwischen 24 und 30°C. Anfang nächster Woche wird es voraussichtlich kühler.
Alarmphase
Derzeit ist keine erneute Einberufung der Risikomanagementgruppe geplant. Dies teilte das Bundesgesundheitsministerium mit, nachdem das Königliche KMI für morgen „Code Rot“ für Lüttich und Limburg herausgegeben hat.
Das Ministerium erinnert daran, dass die Risikomanagementgruppe bereits am Dienstag beschlossen hatte, die Warnstufe des nationalen Ozon- und Hitzeplans auszurufen. Diese Empfehlung von Experten signalisiert eine außergewöhnliche Situation. Nationale Maßnahmen werden vorerst jedoch nicht ergriffen. Es wird vor allem zu Vorsicht und Sensibilisierung aufgerufen.
Premierminister De Wever: „Nutzen sie ihren gesunden Verstand!“
„Nutzen sie ihren gesunden Verstand!“ – so appelliert Belgiens Premierminister Bart De Wever (N-VA, flämische Nationaldemokraten) angesichts der extremen Hitze an seine Landsleute. „Verschieben Sie anstrengende Aktivitäten, trinken Sie viel Wasser und achten Sie gut auf sich und Ihre Mitmenschen.“
„So schützen wir unsere Gesundheit und entlasten unsere Rettungsdienste und das medizinische Personal, die auch heute unter schwierigen Bedingungen ihr Bestes geben. Mein herzlicher Dank und Respekt gilt ihnen und allen, die unsere Gesellschaft in dieser Hitze am Laufen halten,“ so De Wever auf X.
„PS: Achten Sie außerdem darauf, dass die Tiere ausreichend trinken“
Es ist heiß – da ist der Sommersmog
An diesem Freitag und auch am Samstag ist die Ozonbelastung in der Luft weiterhin hoch, und der Grenzwert istan vielen Orten in ganz Belgien überschritten worden. Dies teilt die Interregionale Umweltbehörde (IRCEL) mit, die die Luftqualität überwacht.
Personen mit Atemwegsproblemen sollten tagsüber und abends anstrengende Aktivitäten vermeiden und sich möglichst drinnen aufhalten. Ozon, auch Sommersmog genannt, entsteht bei warmem und sonnigem Wetter in Gebieten mit hoher Luftverschmutzung.
Inzwischen wurden in ganz Belgien Veranstaltungen für das Wochenende abgesagt. Das Innenministerium bzw. die Provinzen schickten sogenannte "Be-Alert"-SMS-Nachrichten aus, in denen ein weiteres Mal vor der Hitze gewarnt wurde. Dies war am Freitagnachmittag der Fall in der Provinz Lüttich und in der Region Brüssel-Hauptstadt.
