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Das verschwundene Fischerdorf Walraversyde erwacht in Ostende zu neuem Leben: „So sah das Dorf wirklich aus“

Die renovierte archäologische Stätte Walraversyde Anno 1465 wird am Atlantikwall Raversyde in Ostende wiedereröffnet. Walraversyde war ein Fischerdorf, das im 15. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte. In einer 3D-Ausstellung können Besucher sehen, wie das Dorf einst aussah.

Andreas Kockartz
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„Die neue Dauerausstellung erzählt die Geschichte des verschwundenen Fischerdorfes“, so Direktor Mathieu de Meyer. „Man sieht einen Teil der zahlreichen archäologischen Funde, thematisch gegliedert nach Themen wie Fischfang, Kochen und Essen, Kultur, Religion und Konflikte.“

Zudem ist eine 3D-Rekonstruktion des Dorfes zu sehen, an der zwei Jahre lang gearbeitet wurde. Diese zeigt, wie der Ort in der Vergangenheit wirklich aussah. Interaktive Spiele runden das Erlebnis ab. Später soll die Geschichte des Dorfes im Freien weiterentwickelt werden, aber dieses Projekt wird erst 2028 abgeschlossen sein.

Neues Depot mit 30.000 Exponaten

Neben der Ausstellung werden auch ein neues Depot und ein Wissenszentrum eröffnet. „Das Depot wird rund 30.000 Sammlungsstücke aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, dem Mittelalter und der Sammlung von Prinz Charles beherbergen“, so De Meyer. „Es ist nach dänischem Vorbild gebaut: Die Luftfeuchtigkeit wird reguliert, die Temperatur passt sich jedoch über den Boden der Umgebung an.“

Im neuen Wissenszentrum wird später auch eine Bibliothek für Forscher eingerichtet. „Das ist ein großer Mehrwert für Forscher, die zukünftig hierherkommen werden, um die Exponate zu studieren.“ Es wird jedoch fünf bis sechs Jahre dauern, bis alle Exponate in das neue Depot verlegt sind.

Eröffnungswochenende bei freiem Eintritt

Das renovierte Gelände öffnet an diesem Wochenende (27. und 28. Juni) seine Pforten. Besucher können an kostenlosen Workshops für Kinder und Naturkunde teilnehmen. Schauspieler erwecken mittelalterliche Häuser zum Leben. Die Besucher haben außerdem Zugang zum Depot und den Sammlungsbereichen, die sonst der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

Atlantikwall Raversyde

Das Freilichtmuseum Atlantikwall Raversyde ist ein Museum an der belgischen Nordseeküste, das die Bunkeranlagen der deutschen Armee zur Sicherung der Küste Flanderns im Ersten und Zweiten Weltkrieg zeigt und die Aufgaben und die Ausrüstung der Besatzung der Küstenbatterien erklärt.

Zu sehen sind hier u.a. Geschütze und Geschützbatterien aus beiden Weltkriegen sowie Radaranlagen und vieles mehr. 

Landgut und Königlicher Gartenpavillon

Die Ursprünge des Landguts Raversyde reichen bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück. König Leopold II. war ein treuer Besucher und Einwohner von Ostende und war von dem ländlichen Alt-Raversyde begeistert. Ab 1902 erwarb er dort mehrere Anwesen. Leopold II. ließ ein königliches Chalet, einen Gartenpavillon und ein Personalhaus nach den Plänen des norwegischen Architekten Ivar Knudsen errichten.

1950 zog Prinz Karel auf das Landgut und lebte dort bis zu seinem Tod 1983. Von 1944 bis 1950 war der Prinz amtierendes Staatsoberhaupt Belgiens und vertrat seinen Bruder, König Leopold III., der nach dem Krieg nicht ins Land zurückkehren konnte. Prinz Karel erweiterte das Landgut und bewahrte die Gebäude nach den beiden Weltkriegen.

Allgemeine Info: https://www.raversyde.be/de

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