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Wenige Jahre später empfängt König Baudouin 1956 den deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer.

"Erfolgsgeschichte": 75 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Belgien und Deutschland

In dieser Woche feiern Belgien und Deutschland den 75. Jahrestag ihrer diplomatischen Beziehungen. Nach der Besetzung Belgiens durch Nazi-Deutschland während des Zweiten Weltkriegs war es alles andere als selbstverständlich, wieder miteinander zu sprechen. 75 Jahre später unterstreicht der deutsche Botschafter in Belgien die Bedeutung und die Stärke der Beziehungen.

Jens Van Reet
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„Es wurde das gleiche Zeremoniell wie bei der Übergabe des Beglaubigungsschreibens durch andere Botschafter befolgt.“ So fasste der erste deutsche Botschafter, Anton Pfeiffer, am 27. Juni 1951 seine Akkreditierung in Belgien zusammen.

Auf den ersten Blick vielleicht kein bemerkenswertes Zitat, im damaligen Zeitgeist jedoch durchaus. ‚Normale‘ Beziehungen zur erst kurz davor gegründeten Bundesrepublik Deutschland waren nach dem verheerenden Krieg Nazi-Deutschlands in Europa, dem Holocaust und der Besetzung Belgiens zwischen 1940 und 1944 keineswegs selbstverständlich.

Auch auf deutscher Seite bestanden Vorbehalte, unter anderem wegen der belgischen Politik gegenüber Kollaborateuren und der deutschsprachigen Bevölkerung in den Ostkantonen. Offiziell befanden sich beide Länder zudem bis Juli 1951, also auch nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen, noch im Kriegszustand.

Dennoch nahm Belgien nach Ansicht des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer (Amtszeit 1949–1963), der zugleich Außenminister war, „von allen westeuropäischen Völkern gegenüber Deutschland die positivste Stellung ein“.

Hatte Belgien auch diplomatischen Kontakt zur DDR?

Belgien erkannte die Deutsche Demokratische Republik (DDR) erst nach der Entspannungspolitik der frühen 1970er Jahre an und nahm 1973 diplomatische Beziehungen zu Ost-Berlin auf.

Die Beziehungen blieben im Vergleich zu denen mit der Bundesrepublik Deutschland deutlich weniger intensiv.

Mit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 gingen die belgisch-DDR-Beziehungen in die Beziehungen zum vereinten Deutschland über.

„Tief verwurzelte Freundschaft

Auf dieser trotz allem starken Grundlage wurde in den vergangenen 75 Jahren kontinuierlich aufgebaut. Der deutsche Botschafter in Belgien, Martin Kotthaus, nutzte daher die Gelegenheit, die Beziehungen in einem Beitrag in den sozialen Medien zu würdigen.

„Eine Erfolgsgeschichte der europäischen Zusammenarbeit, die auf Versöhnung und gegenseitigem Vertrauen basiert. Gemeinsam gestalten wir eine starke und friedliche Zukunft in der EU! Auf die nächsten 75 Jahre!“

Im selben Post bezeichnete der belgische Botschafter in Berlin, Piet Heirbaut, die Beziehungen als eine „tief verwurzelte Freundschaft, die in dieser politischen Atmosphäre nicht selbstverständlich ist“.

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