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Die Touristenboote in Brügge müssen leiser werden: „Anwohner müssen sich den ganzen Tag dieselben Geschichten anhören“

Ab 2029 dürfen die Fremdenführer auf den Touristenbooten in Brügge keine Lautsprecher mehr benutzen. Jedes Jahr fahren über eine Million Touristen auf den Brügger Kanälen. Deshalb beschweren sich die Anwohner schon lange über die Lärmbelästigung. Sie müssen sich den ganzen Tag dieselben Geschichten anhören. Die Bootsbetreiber sind unzufrieden, denn auch sie müssen bis Anfang 2028 auf Elektroboote umsteigen.

Andreas Kockartz
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Der Stadtrat von Brügge hat für die Beschwerden der Brügger Einwohner, die den Kanälen wohnen, Verständnis. „Es geht um Ausgewogenheit und Qualität“, sagt Tourismusministerin Esquenet (CD&V, flämische Christdemokraten): „Wir haben uns mit den beteiligten Akteuren beraten und versucht, eine möglichst große Übereinstimmung zwischen den Wünschen des Stadtrats, den Interessen unserer Einwohner und denen der Reedereien zu erzielen.“

Die neue Regelung muss noch vom Stadtrat genehmigt werden und tritt erst 2029 in Kraft. „Das gibt den Reedereien genügend Zeit, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Sie können auch selbst entscheiden, wie sie dies tun“, so Esquenet.

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Vorbehalte der Betreiber

Die Betreiber der Bötchen haben Vorbehalte gegenüber den neuen Bestimmungen. „Die Lautstärke ist bereits sehr niedrig eingestellt. Aber der aktuelle Standard von 65 Dezibel ist mittelalterlich. Das entspricht in etwa dem Geräusch einer Toilettenspülung“, sagt Michiel Michielsens von der Reederei „Venetië van het Noorden“ („Venedig des Nordens“).

Michielsens ist nicht begeistert von der Idee, auf Headsets umzusteigen: „Samstags haben wir durchschnittlich 1.700 Fahrgäste. Es wird schwierig sein, jedem ein funktionierendes Headset mit geladenem Akku zur Verfügung zu stellen. Und was ist mit Kindern? Oder bei Regenwetter? So einfach ist das nicht.“

Zusätzlich zum Verbot von Lautsprechern bestätigt der Stadtrat die bereits getroffene Entscheidung, dass alle Boote spätestens bis zum 1. Januar 2028 elektrisch betrieben werden müssen (die Reserveboote spätestens zwei Jahre später). Derzeit sind bereits 16 der 20 Boote (ohne die Reserveboote) elektrisch. Außerdem wird der Fahrpreis im Jahr 2027 von 15 auf 17 € erhöht.

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