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Die Zeichnung „Ansicht von Ukkel“ stammt von Ferdinand-Joseph Derons

Neu entdeckte Zeichnungen und Aquarelle enthüllen das ländliche Brüssel des 18. Jahrhunderts

Ein Dutzend kürzlich entdeckter Werke aus der Sammlung der Herzöge von Arenberg zeigen ein ländliches Brüssel im 18. Jahrhundert. Die Zeichnungen und Aquarelle zeigen die Namsepoort, Laken und Ukkel. Die einzigartigen Werke stammen aus einer belgischen Privatsammlung und werden demnächst im Auktionshaus Arenberg versteigert, wie das Brüsseler Nachrichtenportal BRUZZ berichtet.

Andreas Kockartz
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Felder, Moore, Bauernhöfe und Burgen: Die Zeichnungen, die kürzlich im Brüsseler Auktionshaus Arenberg aufgetaucht sind, zeigen ein Brüssel, das heute kaum wiederzuerkennen ist. Ein Dutzend Werke aus dem 18. Jahrhundert entführen uns in das ländliche Brüssel und seine Umgebung, insbesondere in die Gemeinden Ukkel, Laken und die Stadt Brüssel.

„Diese Zeichnungen zeigen ein Brüssel, das sich völlig von der Stadt unterscheidet, die wir heute kennen. Sie verdeutlichen, wie ländlich die Umgebung damals noch war. Inzwischen hat sich das Bild stark verändert oder ist sogar ganz verschwunden“, sagt Jeroen Luyckx, Historiker und Katalogisierer bei Arenberg gegenüber BRUZZ. „Die Werke besitzen daher nicht nur einen hohen künstlerischen Wert, sondern auch eine außergewöhnliche historische und topografische Bedeutung. Für Sammler, Museen und Institutionen, die die Geschichte Brüssels bewahren und bereichern möchten, stellen sie eine einzigartige Gelegenheit dar.“

Ländliche Brüsseler Gemeinden

Die Werke, die kürzlich bei Arenberg Auctions eingetroffen sind, stammen aus der Sammlung eines anonymen belgischen Privatsammlers. Vor dreihundert Jahren war die Landschaft außerhalb der Brüsseler Stadtmauern deutlich von kleinen Dorfzentren, Bauernhöfen, Ackerland und Burgen geprägt. Wir sehen das ländliche Ukkel im 18. Jahrhundert, wo Felder und weite Flächen das Bild bestimmen, lange bevor es in die Hauptstadt eingemeindet wurde. Eine weitere Zeichnung zeigt das ländliche Laken sowie die gotische Kirche von Alsemberg und die Naamsepoort.

Eine Abbildung des Maasbrunnens im Innenhof des Brüsseler Rathauses ist eines der wenigen Elemente, die sich heute noch genau an ihrem ursprünglichen Platz befinden. Das Werk wird ab 300 € zum Verkauf angeboten.

Zeichnung des Maasbrunnens im Innenhof des Brüsseler Rathauses

Arenberg-Stempel

„Die jetzt aufgetauchten Zeichnungen sind besonders selten“, so Jeroen Luyckx von Arenberg Auctions. „Dabei geht es weniger um die Künstler selbst als vielmehr um die Ikonografie.“

Die Werke stammen von verschiedenen Künstlern. Einige sind anonym, andere signiert, beispielsweise von dem in Brüssel geborenen Ferdinand-Joseph Derons. „Die Provenienz der Werke ist jedoch zweifelsfrei: Auf der Rückseite tragen sie den charakteristischen Stempel, mit dem die Herzöge von Arenberg ihre Sammlung kennzeichneten.“

Mächtigste Dynastie

Die Zeichnungen und Aquarelle stammen aus der Kunstsammlung der Herzöge von Arenberg, damals eine der mächtigsten Adelsfamilien der Region. Die Adelsfamilie ließ ihren Besitz und die Umgebung akribisch dokumentieren. Über die Jahrhunderte entstand so eine beeindruckende Sammlung topografischer Zeichnungen. Unter den versteigerten Zeichnungen befinden sich Darstellungen von Schloss Beersel und eine Ansicht von Alsemberg.

Im Laufe der Zeit brach die Sammlung auseinander: Die Zeichnungen wurden über verschiedene Orte in Belgien und Deutschland verstreut, und einzelne Teile wurden separat verkauft.

Die Dynastie Arenberg besaß unter anderem das Schloss Arenberg (das heutige Schloss Egmont), Schloss Beersel, Schloss Arenberg in Heverlee, Schloss Arenberg in Marche-les-Dames sowie zahlreiche weitere Güter und Anwesen, die den Namen „Arenberg“ trugen. Auch das Auktionshaus Arenberg Auctions, das die Zeichnungen versteigert, wurde nach diesem Schloss Arenberg (dem heutigen Schloss Egmont) benannt, das sich etwas weiter unten in der Wolstraat befand.

Die Zeichnungen und Aquarelle werden vom 24. bis 26. Juni bei Arenberg Auctions versteigert. Die Preise reichen von einigen Hundert bis zu Tausenden von Euro. 

Die Namsepoort im 18. Jahrhundert, von Ferdinand-Joseph Derons

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