Sogenannte Transitmigranten versuchen erneut, über den Hafen von Zeebrügge mit Lastwagen den Ärmelkanal nach Großbritannien zu überqueren. Dies sagte der Provinzgouverneur Westflandern, Carl Decaluwe (Foto). Versuche, die Überfahrt von der Küste aus mit kleinen Schlauchbooten zu wagen, seien durch die Polizeieinsätze in den vergangenen Wochen und Monaten praktisch zum Erliegen gekommen, doch das Problem verlagere sich lediglich, so der Gouverneur.
Westflandern: Transitmigranten versuchen wieder, über den Hafen von Zeebrugge mit LKW nach Großbritannien zu gelangen
„Es ist besonders ruhig geworden, was die ‚kleinen Boote‘ betrifft, also die Schlauchboote, mit denen Menschen von unserer Küste aus versuchen, den Ärmelkanal zu überqueren“, muss Gouverneur Decaluwe feststellen. „Das hängt damit zusammen, dass wir gemeinsam mit Deutschland einen großen Schleuserring zerschlagen haben. Dadurch wurde die ‚Nachschublinie‘ für Flüchtlinge sozusagen unterbrochen.“
„Doch es gibt Veränderungen“, warnte der Gouverneur. „Es sind jetzt hauptsächlich sudanesische Flüchtlinge, die versuchen, sich in Lastwagen zu verstecken. Sie steigen von weiter weg, etwa in Lüttich oder Bastogne (in der Wallonie, Red.)), in die Lastwagen. So versuchen sie, Zeebrugge oder einen französischen Hafen zu erreichen. Früher geschah dies auf Parkplätzen wie denen in Jabbeke oder Westkerke (in Westflandern (Red.)). Das ist aber nicht mehr möglich. Beispielsweise wurde am Parkplatz an der E40 in Westkerke eine lange Absperrung errichtet. Wir müssen diese Entwicklung genau beobachten, denn ich erhalte besorgniserregende Signale aus Zeebrügge.“
Am Dienstag präsentierte die Europäische Kommission einen Aktionsplan zur Verstärkung des Kampfes gegen die illegale Migration über den Ärmelkanal. Er soll dazu beitragen, Schleusernetzwerke zu kartieren und Personal und Ausrüstung des Grenzschutzdienstes Frontex einzusetzen. Im vergangenen Jahr registrierten die Behörden fast 64.000 Versuche, den Ärmelkanal nach Großbritannien zu überqueren. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 wurden laut Kommission insgesamt 32 Versuche registriert.
