In einer Stellungnahme hat der Brüsseler Umweltrat die Region aufgefordert, „eine kohärente Strategie zur schrittweisen Reduzierung des PKW-Gewichts“ zu verabschieden. Dies solle Vorteile für Klima, Luftqualität, Verkehrssicherheit, öffentlichen Raum und öffentliche Finanzen bringen, heißt es darin, wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ berichtet.
Brüssels Umweltrat fordert einen verstärkten Kampf gegen schwere PKW in der Stadt
Der Rat stellt laut BRUZZ fest, dass das Gewicht und die Größe neuer Personenwagen in den letzten zwanzig Jahren um etwa 50 % zugenommen hat. Im Jahr 2023 waren mehr als die Hälfte der Neuzulassungen in Brüssel SUVs mit einem Durchschnittsgewicht von 1.681 Kilogramm.
„Diese Entwicklung ist umso besorgniserregender, als die regionalen Klimaziele eine rasche Reduzierung der verkehrsbedingten Emissionen erfordern, die derzeit etwa ein Viertel der direkten Treibhausgasemissionen der Region ausmachen“, so der Umweltrat. Darüber hinaus gebe es Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit, insbesondere für schwächere Verkehrsteilnehmer, und auf die Gesundheit, da die Feinstaubbelastung durch den Abrieb von Reifen, Bremsen und Fahrbahnoberflächen zunimmt.
Gewichtsabhängig?
Um diesem Trend entgegenzuwirken, empfiehlt der Brüsseler Umweltrat eine Reihe von Maßnahmen „in einem stimmigen Maßnahmenpaket.“ Zu den vorgeschlagenen Ansätzen gehören angepasste Parkgebühren basierend auf dem Fahrzeuggewicht, eine Reform der Kfz-Steuer unter stärkerer Berücksichtigung des Fahrzeuggewichts und sogar eine schrittweise Einschränkung des Verkehrs schwerster Fahrzeuge innerhalb des regionalen Gebiets.
Dies würde mit einer zukünftigen LISA-Zone (Light and Safe Zone) verknüpft, die die derzeitige Umweltzone (LEZ – Low Emission Zone) ergänzt. „Ziel ist nicht, notwendige Fahrten zu bestrafen, sondern die Fahrzeugwahl schrittweise hin zu Fahrzeugen zu lenken, die besser an den Brüsseler Stadtraum angepasst sind“, so der Rat. Für „bestimmte Gruppen“ könnten ergänzende Maßnahmen eingeführt werden.
