Der belgische Bierkonsum und die Bierexporte sind 2025 erneut gesunken, während die Zahl der Brauereien unter 400 fiel, wie der Branchenverband Belgische Brauer am Donnerstag bei der Veröffentlichung seines Jahresberichts mitteilte.
Der Konsum von Bier in Belgien selber sinkt seit Jahren und spiegelt damit einen allgemeinen Wandel der Trinkgewohnheiten wider. Zwar wächst der Absatz alkoholfreier und alkoholarmer Biere weiterhin rasant, doch reicht dies nicht aus, um den gesamten Rückgang auszugleichen.
Der Konsum ging im vergangenen Jahr um 3% zurück, wobei sowohl der Einzelhandel als auch die Gastronomie rückläufige Absatzzahlen verzeichneten.
Auch die Exporte, die rund 70 % der belgischen Bierproduktion ausmachen, setzten ihren Abwärtstrend fort. Besonders betroffen waren die Überseemärkte, während sich die Exporte innerhalb der Europäischen Union als widerstandsfähiger erwiesen. Die schwierigen Marktbedingungen spiegeln sich auch in der Zahl der Brauereien wider, die im vergangenen Jahr von 411 auf 395 sank. Auch die direkte Beschäftigung in diesem Sektor ging zurück, obwohl die Investitionen zunahmen.
Besseres Angebot - Zunehmender Konsum alkoholfreier Biere
Ein Lichtblick ist die wachsende Beliebtheit alkoholfreier und alkoholarmer Biere. Der Inlandsverbrauch von Bieren mit niedrigerem Alkoholgehalt stieg 2025 stark an, während alkoholfreie Biere ein besonders rasantes Wachstum verzeichneten. Laut Verband sind mittlerweile über 150 alkoholfreie belgische Biere erhältlich.
„Die Branche steht schon seit Längerem unter Druck“, sagte Krishan Maudgal, CEO des belgischen Brauerverbands. Er verwies auf steigende Produktionskosten, die anhaltenden Auswirkungen der Energiekrise, die Inflation bei den Rohstoffpreisen und geopolitische Unsicherheit.
Die Brauer kritisieren Änderungen der Warnhinweise
Trotz der Herausforderungen hob Maudgal die Widerstandsfähigkeit der Branche hervor und verwies auf kontinuierliche Investitionen, das Wachstum bei alkoholfreien Produkten und Belgiens starke Position als Bierexporteur.
Der Verband kritisierte zudem die kürzliche Änderung der obligatorischen Warnhinweise in der Alkoholwerbung. Bisher hieß es dort „Alkoholmissbrauch schadet der Gesundheit“, jetzt heißt es „Alkohol schadet der Gesundheit“.
„Das wird mit allem, was mit übermäßigem und schädlichem Konsum zu tun hat, in einen Topf geworfen“, sagte Maudgal. Die Brauereien argumentieren, dass sich die Gesundheitspolitik gezielt auf Alkoholmissbrauch und nicht auf moderaten Konsum (von Bier) konzentrieren sollte.
