Der Hafen von Gent rüstet sich mit digitalen Überwachungskameras gegen organisierte Kriminalität. Die Polizei von Gent installiert 31 fest installierte ANPR-Kameras im und um das Hafengebiet. Diese Kameras sind Teil des Sicherheitskonzepts von Argos, einer Initiative des Fusionshafens North Sea Port (Gent, Terneuzen, Vlissingen). Die flämische Landesregierung finanziert einen Teil dieser Investition in die Sicherheit.
Der Hafen von Gent rüstet sich mit 31 ANPR-Kameras gegen Drogenkriminalität: „Erste Welle noch in diesem Jahr“
Die 31 Kameras sollen den Fahrzeugverkehr im ein- und ausfahrenden Bereich des Hafens überwachen. Sie werden jedoch nicht alle gleichzeitig installiert, erklärt Bürgermeister Mathias De Clercq (Voor Gent, lokale Abteilung der flämischen Liberalen Anders): „Bis Ende des Jahres wollen wir zunächst etwa zehn Kameras installieren. Danach wird das Netzwerk systematisch erweitert.“
Der Hafen von Gent unterscheidet sich von Containerhäfen wie Antwerpen oder Zeebrügge. 84 % des Güterumschlags bestehen aus Schüttgütern wie Getreide, Holz, Erz und flüssigen Massengütern. Daher sind klassische Kontrollsysteme wie das Scannen von Containern nicht anwendbar. Im Zeitraum 2021-2025 konnten nur 25 % der erfassten Hochrisikoschiffe effektiv kontrolliert werden.
Kriminelle Organisationen greifen zudem vermehrt auf alternative Methoden zurück, da die großen Containerhäfen strengere Kontrollen einführen. Der Kokainimport stellt in diesem Zusammenhang, neben Korruptionsversuchen, Infiltration und Gewalt, einen erheblichen Risikofaktor dar.
Was können ANPR-Kameras?
Die ANPR-Kameras erfassen automatisch Kennzeichen und speichern sie in einer technischen Datenbank. Die Polizei nutzt diese Daten auf drei Arten: zum Abfangen von Fahrzeugen in Echtzeit, wenn sie mit offiziellen Fahndungslisten übereinstimmen; zum nachträglichen Abrufen von Daten für Ermittlungen und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, beispielsweise durch die Verfolgung nicht versicherter Fahrzeuge.
