Der Waffenhersteller FN Herstal aus Lüttich darf sein Werk in Zutendaal erweitern und modernisieren. Die Provinz Limburg hat hierfür die Umweltgenehmigung erteilt, wie die regionale Zeitung Het Belang van Limburg berichtet. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von rund 50 Mio. €. Für die Erweiterung müssen allerdings 4,5 Hektar Wald gerodet werden.
Die Lütticher Waffenschmiede FN darf ihr Werk in Flämisch-Limburg ausbauen
Die Expansionspläne von FN waren bereits seit Längerem bekannt. Jetzt hat das Projekt offiziell grünes Licht erhalten. Das Unternehmen investiert 50 Mio. € in Zutendaal und schafft damit rund 50 neue Arbeitsplätze. Die gleiche Summe wird auch in das Werk in Lüttich investiert.
In Zutendaal fließt das Geld unter anderem in die Modernisierung einer Abteilung, in der Zündhütchen für Munition hergestellt werden. Die alte Abteilung wird stillgelegt und abgerissen. Anschließend wird sie neu aufgebaut und es wird eine Produktionshalle errichtet.
„Geopolitischer Kontext“
Auch die Patronen-Abteilung wird erweitert, um die Herstellung von zwei neuen Munitionstypen zu ermöglichen. Darüber hinaus werden drei neue Lagerhallen, eine neue Be- und Entladerampe sowie eine verbesserte Zufahrtsstraße errichtet.
„Mit dieser Genehmigung sendet FN Herstal ein klares Signal, dass das Unternehmen seinen Standort in Zutendaal weiter ausbauen will“, sagte die stellvertretende Provinzrätin für Raumplanung, Inge Moors (CD&V, flämische Christdemokraten). „Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage ist uns allen die Bedeutung einer starken europäischen Verteidigungsindustrie bewusst. Daher ist es positiv, dass FN weiterhin in Limburg investiert und seine Aktivitäten hier weiter ausbaut.“
FN Herstal ist ein belgischer Rüstungshersteller mit Hauptsitz in Herstal bei Lüttich. Das Unternehmen produziert unter anderem Waffen und Munition für Armeen, Polizeikräfte und Sicherheitsdienste weltweit. FN Herstal zählt zu den wichtigsten Akteuren der europäischen Verteidigungsindustrie und befindet sich im Besitz der Wallonischen Region.
Ein kleiner Wald verschwindet
Die Expansionspläne waren nicht unumstritten. Während der öffentlichen Anhörung wurden 16 Einwände eingereicht. Ein Knackpunkt: Für das Projekt müssen 4,5 Hektar Wald auf dem Gelände gerodet werden. Dies muss jetzt an anderer Stelle in Limburg kompensiert werden.
Darüber hinaus ist die Genehmigung an eine Reihe von Auflagen geknüpft. Diese betreffen unter anderem die Sicherheit, Naturschutz, Wassermanagement, Mobilität und die Minimierung von Belästigungen für Anwohner. Dazu wird eine Meldestelle für Belästigungen eingerichtet.
