Die belgische Bundesregierung hat auf das Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Öffnung der Straße von Hormus reagiert. Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés, frankophone Zentrumspartei) schreibt auf X, er hoffe auf eine „schnelle Wiedereröffnung der Straße von Hormus“. Premier De Wever (N-VA, flämische Nationaldemokraten) sieht noch viele offene Fragen und die belgischen Reedereien, die Schiffe vor der Straße von Hormus vor Anker haben, bleiben zurückhaltend.
Belgiens Marine ist bereit dazu, bei der Öffnung der Straße von Hormus zu helfen
Unser Land sei bereit, dabei zu helfen, betont Prévot. Ende Mai sind zwei Minensuchboote der belgischen und der niederländischen Marine in Richtung Mittelmeer ausgelaufen, um sich der Minenabwehrflotte der NATO anzuschließen.
Die Regierung und das Verteidigungsministerium warten jetzt auf eine offizielle Anfrage Frankreichs und Großbritanniens für den Einsatz, da diese Länder die internationale Koalition koordinieren. Das Regierungskabinett muss dann noch die endgültige Zustimmung erteilen. Belgien entsandte den Minenjäger Primula im Rahmen der NATO ins Mittelmeer. Das Schiff kann eingesetzt werden, sollte die internationale Mission in der Meerenge beginnen.
Neue Ära einleiten
„Dieses Abkommen muss eine neue Ära für die Region einläuten. Es muss auch eine neue Ära im Iran einläuten: eine Ära ohne Atomprogramm, in der die Machthaber den legitimen demokratischen Wünschen ihrer Bürgerinnen und Bürger Gehör schenken“, schloss Prévot seine Erklärung auf X.
Premierminister Bart De Wever ist da noch zurückhaltender. Das neue Abkommen erscheint ihm zwar stabiler als frühere Versionen, doch es seien noch immer viele Fragen offen. Diese betreffen in erster Linie das Atomprogramm der Iraner...
Briten und Franzosen
Die multinationale Marinemission Großbritanniens und Frankreichs ist bereit, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu unterstützen. London und Paris richteten diese Mission ein, um die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten, sobald die USA und der Iran eine Vereinbarung zur Wiedereröffnung dieser strategisch wichtigen Meerenge getroffen haben. Die Mission soll die zivile Schifffahrt unterstützen, den Reedereien Planungssicherheit geben und diese für den Welthandel so wichtige Wasserstraße von Minen räumen.
Belgiens Reeder reagieren zurückhaltend
Der belgische Reeder-Verband hofft auf eine baldige Wiedereröffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt, wartet aber vorerst ab. „Unsere Mitglieder mit Schiffen in der Region sind bereit auszulaufen, werden dies aber erst tun, wenn das Abkommen tatsächlich unterzeichnet ist,“ sagte ein Sprecher des Verbands.
Mehrere Hochseefrachter, die unter belgischer Flagge fahren, warten bereits seit über 100 Tagen auf eine Durchfahrt durch die Straße von Hormus.
