Die fünf flämischen Universitäten werden gemeinsam ein Konzept für die Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bildungsbereich entwickeln. Zusammen mit Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen und Partnern aus der Privatwirtschaft werden sie in den kommenden Monaten eine KI-Strategie erarbeiten. Landesbildungsminister Zuhal Demir (N-VA, flämische Nationaldemokraten), macht 10 Mio. € frei, um dies Prozess anzustoßen.
Flanderns Bildungsministerin stellt 10 Mio. € für KI-Einführung im Bildungswesen bereit
Ein Viertel der Grundschullehrer in Flandern nutzt bereits KI. Im Sekundarbereich nutzen dies fast die Hälfte aller Lehrkräfte. Allerdings fehlen bisher konkrete Richtlinien für den KI-Einsatz im flämischen Schul- und Bildungswesen. Vielerorts hielt KI schneller Einzug in die Klassenzimmer, als entsprechende Vereinbarungen, Schulungen oder ein sicheres Umfeld geschaffen werden konnten.
Um zu vermeiden, dass Schulen und Institutionen einzeln nach Wegen zur KI-Implementierung suchen, hat die flämische Bildungsministerin Zuhal Demir die fünf flämischen Universitäten mit der Entwicklung einer gemeinsamen Strategie beauftragt. Die flämische Regierung stellt 10 Mio. € als Starthilfe bereit.
Kinderschutz bedeutet nicht, KI aus den Schulen fernzuhalten“
Flanderns Bildungsministerin Zuhal Demir (N-VA)
„KI kann Lehrkräfte stärken, Schüler besser fördern und eine solidere Grundlage für die Bildungspolitik schaffen. Dies ist jedoch nur in einem sicheren Umfeld mit klaren Vereinbarungen und unter menschlicher Führung möglich. Kinderschutz bedeutet nicht, KI aus den Schulen fernzuhalten. Es bedeutet, junge Menschen *und* Lehrkräfte im kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit KI zu schulen“, erläutert Demir das Ziel dieses Prozesses.
Die fünf Säulen der flämischen KI-Bildungspolitik
Auch die Rektoren der Universität Gent (UGent), der Vrije Universiteit Brussel (VUB), der Universität Antwerpen (UAntwerpen), der Löwener Uni KU Leuven und der Universität Hasselt (UHasselt) unterstützen dieses Ziel. Die Universitäten sollen u.a. festlegen, welche Anwendungen prioritär getestet werden und wie Schulen und Lehrkräfte in diesen Prozess eingebunden werden.
Der zu entwickelnde Plan wird sich auf fünf inhaltliche Bereiche konzentrieren. Gemeinsam müssen diese Faktoren sicherstellen, dass KI im Bildungsbereich sicher, durchdacht und mit klarem Mehrwert eingesetzt wird.
Junge Menschen müssen lernen, kritisch, sicher und bewusst mit KI umzugehen.
Das Bildungswesen muss besser auf den Arbeitsmarkt von morgen vorbereitet werden.
Lehrkräfte und Dozenten benötigen organisatorische Unterstützung.
KI muss pädagogisch zu besserem Lernen und Lehren beitragen.
Schulen, Institutionen und politische Entscheidungsträger müssen schneller herausfinden können, was funktioniert.
Ein sicheres und robustes „Schienennetz“
Um die fünf Punkte verantwortungsvoll umzusetzen, möchte Demir zunächst die Grundlagen im Prozess mit Universitäten und Hochschulen schaffen. „Man baut kein Eisenbahnnetz, indem man einzelne Züge ohne Gleise, Signale oder Sicherheitsregeln fahren lässt“, sagt Demir. „Genauso verhält es sich mit KI im Bildungsbereich. Zuerst muss die Grundlage stimmen. Danach können leistungsstarke Anwendungen schneller laufen, besser vernetzt sein und sicherer skaliert werden.“
In den kommenden Monaten werde Flandern an einer „sicheren Umgebung arbeiten, die gewährleisten soll, dass KI-Anwendungen sich mit bestehenden Systemen verbinden können, dass Daten geschützt bleiben, dass der Zugriff ordnungsgemäß reguliert ist und dass Anwendungen auf denselben Qualitäts- und Sicherheitsprinzipien beruhen.“
Es gehe daher nicht um eine neue Plattform, die bestehende Systeme ersetzt, sondern um eine gemeinsame Grundlage, auf der verschiedene Anwendungen sicher entwickelt, getestet und skaliert werden können, betont Demir in einer Pressemitteilung.
