Das belgische Planbüro, dass sich mit den Voraussichten der Finanzentwicklung befasst und die Nationalbank (NBB) empfehlen in ihren Prognosen zur Vorsicht bezüglich der Staatsfinanzen. Während das Planbüro die Wachstumsvoraussichten nach unten korrigiert, warnt Nationalbank-Gouverneur Pierre Wunsch einmal mehr vor dem schlechten Zustand, in dem sich die Staatsfinanzen weiterhin befinden.
Das Planbüro und die Nationalbank mahnen zur Vorsicht bei den belgischen Staatsfinanzen und korrigieren ihre Prognosen nach unten
Was sagt das Planbüro?
Das Planungsbüro, das im Auftrag der Regierung verschiedene Analysen durchführt, hat seine Wachstumsprognosen für die belgische Wirtschaft nach unten korrigiert. Laut einer neuen Berechnung wird das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr voraussichtlich nur noch 0,7 % betragen, während das Büro im Februar noch mit 1,1 % gerechnet hatte. Grund dafür ist der Konflikt im Nahen Osten.
Die Inflation wird in diesem Jahr voraussichtlich bei 3,4 % liegen. Das Planungsbüro warnt vor steigenden Staatsschulden. Dies liegt unter anderem daran, dass die Ausgaben für das Gesundheitswesen und die Verteidigung schneller wachsen als die Wirtschaft und dass die Reform der Einkommensteuer zu geringeren Einnahmen führt.
Was sagt die Nationalbank?
Die Nationalbank erwartet für die belgische Wirtschaft in diesem Jahr nur noch ein Wachstum von 0,6 %. „Nichts Dramatisches, es handelt sich um einen vorübergehenden Rückgang des Wachstums und einen vorübergehenden Anstieg der Inflation“, sagte Gouverneur Pierre Wunsch (Foto unten) dazu. Im Dezember 2025 ging die belgische Nationalbank noch von einem Wachstum des Brutto-Inlandsprodukts (BIP) von 1 % in diesem Jahr aus.
Diese Prognose wurde aufgrund des Krieges im Iran und des darauf folgenden Ölpreisschocks nach unten korrigiert. Wunsch betonte, dass die Unsicherheit bezüglich des Konflikts weiterhin groß sei, da der amerikanische Präsident täglich etwas anderes verkünde. Bislang scheinen die Auswirkungen jedoch geringer als befürchtet. Laut dem Gouverneur ist die Situation zudem noch einige Monate tragbar.
Um das Haushaltsdefizit auf ein einigermaßen tragbares Niveau zu senken, muss die Regierung mindestens weitere 13 Milliarden Euro auftreiben, so Pierre Wunsch weiter. Wenn man so viel Geld beschaffen müsse, müsse man bereit sein, alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, meinte er: Einsparungen, aber auch höhere Steuereinnahmen.
