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Weltweit erster Einsatz bei der Uniklinik Löwen: Hirnscanner kann bei der Früherkennung von Alzheimer oder Parkinson helfen

Das Universitätsklinikum Löwen (UZ Leuven) hat als erstes Krankenhaus weltweit den neuen NeuroExplorer PET-Scanner in die klinische Analyse eingeführt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Entwicklung dazu beitragen kann, neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Demenz Jahre vor dem Auftreten von Symptomen zu erkennen.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Laut Prof. Dr. Koen Van Laere, Leiter des Fachbereichs Nuklearmedizin an der Universitätsklinik Löwen in Flämisch-Brabant (UZ Leuven) und dort auch Lehrstuhlinhaber für Bildgebung und Pathologie, könnte der Scanner die Früherkennung von Erkrankungen wie Parkinson, Amyotropher Lateralsklerose (ALS) und Demenz verbessern.

Schärfere Darstellung des Gehirns

Der NeuroExplorer bietet eine bis zu 20-mal höhere Auflösung als herkömmliche PET-Scanner. Dadurch können Ärzte biologische und chemische Prozesse im Gehirn mithilfe schwach radioaktiver Tracer mit beispielloser Detailgenauigkeit visualisieren. „Der Unterschied in der Bildschärfe ist vergleichbar mit dem ersten Tragen einer Brille bei einem Kurzsichtigen“, so Van Laere. „Wir beobachten nun Hirnanomalien in kleinsten Hirnkernen und im Hirnstamm, was mit keinem anderen bildgebenden Verfahren möglich war.“

Der Unterschied in der Bildschärfe ist vergleichbar mit dem ersten Tragen einer Brille bei einem Kurzsichtigen“

Prof. Dr. Koen Van Laere, Leiter Nuklearmedizin an der Universitätsklinik Löwen

Wissenschaftler sagen, die Technologie könne helfen, neue Biomarker für neurologische und psychiatrische Erkrankungen zu identifizieren und gleichzeitig das Verständnis dafür zu verbessern, wie Medikamente ihre Zielstrukturen im Gehirn erreichen und beeinflussen.

Potenzial bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen

Der Scanner wurde bereits in einer klinischen Studie mit Patienten mit Demenz, Bewegungsstörungen, Hypophysentumoren, Kopf-Hals-Tumoren und Gefäßentzündungen getestet. Laut UZ Leuven deuten erste Ergebnisse auf einen zusätzlichen diagnostischen Nutzen hin, unter anderem für neurochirurgische Eingriffe.

Prof. Dr. Koen Van Laere, Uniklinik Löwen

Mit dem Gerät werden wir künftig Hirnregionen untersuchen, die an Bewegung und Gedächtnis, aber auch an Motivation, Stimmung und Schlaf beteiligt sind“

Prof. Dr. Koen Van Laere, Leiter Nuklearmedizin an der Universitätsklinik Löwen

„Mit dem Gerät werden wir künftig Hirnregionen untersuchen, die an Bewegung und Gedächtnis, aber auch an Motivation, Stimmung und Schlaf beteiligt sind“, sagte Van Laere. „Auch bei Parkinson und Demenz können wir frühe Prozesse in den betroffenen Hirnkernen und die Verbindungen zwischen ihnen viel präziser untersuchen und überwachen.“

Er hob auch mögliche Anwendungsgebiete in der Psychiatrie hervor, darunter die Erforschung von Informations-Verarbeitungsstörungen bei Erkrankungen wie Schizophrenie. Obwohl weltweit bereits über 30 Forschungszentren den NeuroExplorer für wissenschaftliche Studien nutzen, ist das Universitätsklinikum in Löwen die erste Einrichtung, die den Scanner klinisch an Patienten einsetzt. Das Gerät wurde von United Imaging Healthcare entwickelt.

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