Die Stadt Brüssel hat beschlossen, sechs belgische Sportlerinnen zu ehren, indem sie die Wege, Promenaden und den Platz des zukünftigen Sportparks, der im Rahmen des Neo-Projekts auf dem Heysel-Plateau entstehen wird, nach ihnen benennt. „Frauen mussten lange um Anerkennung kämpfen, deshalb haben wir uns entschieden, sie zu ehren“, erklärt Anaïs Maes (Vooruit), Stadträtin für Stadtplanung.
Brüssel ehrt sechs belgische Sportlerinnen mit Straßen- und Platznamen
Der Brüsseler Stadtrat hat am Montagabend die Benennung von Straßen, Wegen, Alleen und eines Platzes an diesem zukünftigen Standort nach Nafissatou (Nafi) Thiam, Léa Bayekula, Élodie Ouédraogo, Olivia Borlée, Hanna Mariën und Kim Gevaert beschlossen.
Diese Entscheidung, initiiert von den Stadträtinnen für Stadtplanung Anaïs Maes (Vooruit, niederländischsprachige Sozialisten) und Chancengleichheit Nawal Ben Hamou (PS, frankophone Sozialisten), bekräftigt das Engagement der Stadt Brüssel, Frauen im öffentlichen Raum mehr Sichtbarkeit zu verleihen und jene zu würdigen, die Geschichte, Kultur und Sport geprägt haben.
Die sechs Sportlerinnen wurden von der Stadt Brüssel persönlich kontaktiert und haben den Vorschlag alle angenommen. Die Namensvorschläge wurden gemäß dem festgelegten Verfahren für Straßenbenennungen auch den zuständigen Beratungsgremien, darunter der Königlichen Kommission für Toponymie und Dialektologie, vorgelegt. Diese Kommission gab zu allen vorgeschlagenen Namen eine positive Stellungnahme ab.
Spitzensportlerinnen
Die Stadt Brüssel wählte Spitzensportlerinnen aus. Ouédraogo, Borlée, Marien und Gevaert bildeten die 4x100-Meter-Staffel, die 2008 in Peking die Goldmedaille gewann (Foto oben). Die Rollstuhlsportlerin Léa Bayekula aus Ukkel (Foto weiter unten) ist Welt- und Paralympics-Siegerin. Thiam gehört ihrerseits zur Weltelite im Siebenkampf.
Die sechs Athletinnen reagierten mit großer Begeisterung. „Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ein Platz eines Tages meinen Namen tragen würde“, sagt Léa Bayekula. „Vor allem hoffe ich, dass dies alle daran erinnert, dass keine Behinderung sie davon abhalten sollte, große Träume zu haben und ihre eigene Geschichte zu schreiben.“
Ein Gefühl des Stolzes
Normalerweise werden Menschen erst nach ihrem Tod im öffentlichen Raum geehrt. „Doch Frauen in Bereichen wie Wissenschaft, Kunst und Sport mussten lange um diese Anerkennung kämpfen“, erklärt Stadträtin Anaïs Maes. „Deshalb haben wir uns entschieden, lebende belgische Meisterinnen zu ehren, von denen einige noch aktiv sind. Damit wollen wir sagen: Wir sehen euch, wir unterstützen euch und wir sind stolz auf euch.“
„Indem wir die Namen dieser Meisterinnen hervorheben, möchten wir jungen Menschen zeigen, dass Talent keine Grenzen kennt“, fügt Bürgermeister Philippe Close (PS, frankophone Sozialisten) hinzu. „Diese Athletinnen symbolisieren den Ehrgeiz und die Exzellenz, die Brüssel und Belgien auszeichnen.“
