Zum Hauptinhalt springen
Belgiens Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Archivfoto)
Gesundheit

Angst vor Ebola bei der Fußball-WM: USA fordern Einreiseverbot für Kongolesen von Belgien

US-Botschafter Bill White fordert im Namen der USA von Belgien ein Einreiseverbot für Kongolesen im Kampf gegen Ebola. Dies berichten die flämischen Zeitungen De Morgen und Het Laatste Nieuws in ihren Mittwochsausgaben. Während der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA müsste Belgien die strengen amerikanischen Reisebeschränkungen im Zusammenhang mit Ebola übernehmen. Andernfalls erwägt Washington Einreiseverbote für europäische Länder. Zurückkehrende Belgier müssten sich zudem in Quarantäne begeben. Belgiens Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Foto) geht auf diese Forderung nicht ein.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Laut den beiden flämischen Blättern will sich Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit, flämische Sozialisten) auf die Forderung der Vereinigten Staaten nicht einlassen und hält sich weiter an die entsprechenden Maßnahmen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Belgien sei zwar ebenfalls zutiefst besorgt über den Ebola-Ausbruch in Afrika, ein Einreiseverbot für Menschen aus der betroffenen Region stehe aber derzeit nicht auf der Tagesordnung, so der Minister.

„Wir beraten uns eng mit den beteiligten Partnern und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Die Wissenschaft kommt zu dem Schluss, dass dort, wo die Krise wütet, ein Eingreifen notwendig ist. Ein Einreiseverbot bringt im Moment nichts“, sagte Vandenbroucke am Mittwochmorgen beim VRT-Sender Radio 1.

„Erdrückende Verantwortung“

Im Fokus in Belgien stehen Kontrollen bei der Ausreise aus den betroffenen Ländern nach Europa. „Sollte jemand mit Symptomen hier ankommen, wird er sofort unter Quarantäne gestellt. Zwei Krankenhäuser stehen bereit, ihn aufzunehmen“, versicherte Vandenbroucke.

Der belgische Gesundheitsminister ist der Ansicht, die Amerikaner sollten sich eher einmal selbstkritisch hinterfragen: „Die USA tragen eine erdrückende Verantwortung für die aktuelle Situation, da deren Entwicklungszusammenarbeit und die medizinische Hilfe stark eingeschränkt wurden. Sie werden Millionen von Menschenleben auf dem Gewissen haben.“

Wie gehen die USA vor?

Seit Mitte Mai verweigern die USA Personen die Einreise, die sich kürzlich im Kongo oder in Uganda aufgehalten haben. Nur US-Bürger und Personen mit ständigem Wohnsitz in den USA dürfen weiterhin einreisen. Ausnahmen gelten für Militärangehörige, Regierungsbeamte und enge Familienangehörige. Bislang wurden in den USA keine Ebola-Fälle gemeldet, doch Washington befürchtet, dass der bevorstehende Zustrom von Millionen Fans während der Fußballweltmeisterschaft dies ändern wird.

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5