Zum Hauptinhalt springen
Das IS-Gefangenenlager Al Hol, wo auch Frauen aus Belgien verbleiben mussten/müssen

Wie gefährlich sind die Frauen der IS-Terroristen aus Belgien heute noch?

Belgische Frauen, die aus Syrien und dem Irak zurückgekehrt sind, wo sie sich der Terrorgruppe IS anschlossen, scheinen fast alle auf dem richtigen Weg zu sein. Das geht aus den Erkenntnissen des OCAD hervor, dem belgischen Koordinationsorgan für Bedrohungsanalyse. Vor über zehn Jahren verließen mehr als 100 Frauen Belgien und gingen nach Syrien und in den Irak, oft in Begleitung ihrer Ehemänner oder Brüder, um sich dort Terrorgruppen wie dem IS anzuschließen, der auch in Belgien Anschläge verübte. Inzwischen fodert ein Gerichtsurteil, dass unser Land eine Belgierin und ihre Tochter aus Syrien nach Hause holt. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:
Aktualisiertupdate:

Inzwischen sind mehrere Dutzend dieser Frauen nach Belgien zurückgekehrt. Vier dieser Frauen berichten jetzt erstmals im neuen Podcast von VRT NWS mit dem Titel „Die Frauen des IS“, produziert von unserem Kollegen Philip Heymans. Einige seien damals sehr jung gewesen, sagte Heymans am Dienstag dazu:

„Zwischen 2012 und 2015 verließen 500 Menschen Belgien und gingen nach Syrien und in den Irak. Dort schlossen sie sich islamistischen Terrorgruppen an. Unter diesen 500 Personen waren auch 112 Frauen. Die Frauen sprechen nun zum ersten Mal darüber, warum sie das taten und was sie mit der Terrorgruppe IS erlebten“, so Heymans.

Vor einigen Jahren gab es nach der Niederlage des IS viele Diskussionen darüber, ob die Frauen in unser Land zurückkehren könnten. „Die Angst war damals groß, insbesondere nach den Anschlägen in Zaventem und der Metrostation Maalbeek“, sagt Gert Vercauteren von OCAD.

„Doch die 58 Frauen, die seitdem zurückgekehrt sind, scheinen fast alle auf dem richtigen Weg zu sein. Das sagen sie selbst. Und auch OCAD bestätigt dies“, so Heymans abschließend.

Belgien muss eine IS-Frau aus Syrien zurückholen

Das Brüsseler Berufungsgericht hat Belgien angewiesen, eine Belgierin und ihre zehnjährige Tochter aus dem syrischen Flüchtlingslager Al-Roj zurückzuholen. Die Frau aus Edegem (Provinz Antwerpen) war vor zwölf Jahren nach Syrien geflohen, wo sie einen syrischen Kämpfer aus Grimbergen (Provinz Flämisch-Brabant) heiratete.

Nach dem Fall der Terrororganisation IS im Jahr 2017 wurden beide verhaftet und inhaftiert. Das Gericht fordert Belgien jetzt dazu auf, innerhalb eines Monats die notwendigen Schritte einzuleiten, andernfalls droht dem Staat eine Strafe von 2.500 € pro Tag.

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5