Mehr als ein Drittel der belgischen Unternehmen nutzt Künstliche Intelligenz (KI) und positioniert Belgien damit unter den führenden Ländern Europas. Auch Privatpersonen setzen KI-Tools immer häufiger ein, wie der aktuelle belgische Digitalwirtschaftsbericht zeigt.
Belgien zählt zu den Top 5 in Europa beim Einsatz von KI bei Unternehmen
Im Jahr 2025 nutzten 34,54 % der belgischen Unternehmen mindestens eine KI-Technologie, verglichen mit 24,71 % im Jahr 2024. Belgien liegt damit deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 19,95 % und gehört laut Wirtschaftsministerium nun zu den Top 5 in Europa beim KI-Einsatz in Unternehmen.
Die häufigsten Anwendungsbereiche sind Textanalyse, die Erstellung von schriftlichen und gesprochenen Inhalten, maschinelles Lernen und die Automatisierung von Arbeitsabläufen. KI wird hierzulande hauptsächlich zur Organisation von Verwaltungs- und Managementprozessen, im Rechnungswesen und Finanzwesen sowie im Marketing und Vertrieb eingesetzt.
Der KI-Einsatz variiert jedoch deutlich je nach Unternehmensgröße. Bei großen Unternehmen nutzen bereits über 76 % diese Technologien, verglichen mit nur gut 28 % der kleinen Unternehmen. Unter Privatpersonen nutzten im vergangenen Jahr 33,53 % der Belgier generative KI-Tools für private Zwecke. Dies liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 25,09 %.
„Digital aktive Belgier“
„Die Belgier sind besonders digital aktiv“, sagte Belgiens Digitalisierungsministerin Vanessa Matz (Les Engagés, frankophone Zentrumspartei). „Wir müssen diese Dynamik nun mit einer ambitionierten und kohärenten Strategie weiter stärken, damit Belgien nicht nur ein Land ist, das KI nutzt, sondern auch ein Land, das KI versteht und beherrscht und zu ihrer Weiterentwicklung beiträgt. Dies erfordert den Ausbau von Fachwissen im Inland, die Förderung von Talenten, einen besseren Zugang zu europäischen Technologiekapazitäten und den Aufbau einer vertrauensvollen Infrastruktur.“
Matz betonte jedoch auch, dass die Entwicklung von KI „in einem klaren, schützenden und inklusiven Rahmen erfolgen muss, der die Achtung der Privatsphäre gewährleistet, Voreingenommenheit verhindert und dafür sorgt, dass der digitale Wandel Ungleichheiten nicht weiter verschärft“.
