Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Straßenbahngleise in Flandern befindet sich in einem „schlechten bis sehr schlechten“ Zustand. Das geht aus Zahlen hervor, die das Verkehrsunternehmen De Lijn am Freitag veröffentlicht hat. Während Straßenbahngleise im Durchschnitt 15 bis 25 Jahre halten, verkehren die Straßenbahnen in Flandern auf Gleisen, die bis zu 40 Jahre alt sind.
Mehr als die Hälfte der Straßenbahngleise in Flandern in schlechtem Zustand
Konkret befinden sich 127 Kilometer Gleise in schlechtem und 103 Kilometer in sehr schlechtem Zustand. Dabei geht es beispielsweise um Korrosion und abgefahrene Kurven.
In den vergangenen Jahren sei zu wenig in das Straßenbahnnetz investiert worden, sagt De Lijn-Chefin Ann Schoubs. „Es gibt Nachholbedarf. Andernfalls droht uns an manchen Stellen die Einstellung des Betriebs. Es besteht das Risiko von Schienenbrüchen“, so Schoubs.
An einigen Orten sei das Risiko bereits heute zu hoch, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. In Hoboken (Stadtteil von Antwerpen) etwa wurde ein Teil der Straßenbahnlinie durch einen Pendelbus ersetzt.
Derzeit erneuert De Lijn jährlich gut 20 Kilometer Gleise, also 4,7 Prozent des Netzes. „In diesem Tempo wird es noch lange dauern“, räumt Schoubs ein. „Deshalb plädieren wir für höhere Investitionen.“
Investitionen in Straßenbahngleise sind nicht billig. Um fünf Prozent des Netzes zu sanieren, sind 75 Millionen Euro erforderlich. Die Arbeiten fänden zudem in Stadtzentren statt, was alles zusätzlich erschwere. Aber auch das Unterlassen von Sanierungen koste Geld, betont Schoubs. „Heute muss frühmorgens ein Mitarbeiter die Gleise zu Fuß kontrollieren, um nach Rissen zu suchen. Dieser Mitarbeiter muss ebenfalls bezahlt werden.“
