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Friesland erinnert mit Friedensdenkmal an belgische Flüchtlinge des Ersten Weltkriegs

In Gaasterland in der niederländischen Provinz Friesland ist ein Friedensdenkmal zur Erinnerung an die rund 2.300 Belgier enthüllt worden, die dort während des Ersten Weltkriegs lebten. Das Denkmal soll dazu beitragen, dass ihre weitgehend unbekannte Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Während des Ersten Weltkriegs flohen etwa eine Million Belgier aus Angst vor den Kriegshandlungen und den Gräueltaten der deutschen Besatzer in die neutralen Niederlande. Zudem kamen 35.000 belgische Soldaten ins Land.

Viele dieser Soldaten wurden in abgeschlossenen Flüchtlingslagern untergebracht, vor allem in den Provinzen Brabant, Utrecht und auf der Veluwe. 2.300 Militärangehörige wurden in den Wäldern bei Gaasterland aufgenommen. Sie lebten dort auf Bauernhöfen, in Baracken, Zelten und bei Gastfamilien.

Ihre Ankunft hatte große Auswirkungen auf die Region. „Hier lebten 6.500 Einwohner, und dann kamen so viele Fremde hinzu“, sagte Initiator Henk Luyckx gegenüber Omrop Fryslân. „Sie hatten andere Gewohnheiten, lebten etwas freier. Das verlief nicht immer problemlos.“

Sein Großvater war einer dieser belgischen Flüchtlinge, der im Alter von 23 Jahren in die Niederlande kam. Er verliebte sich dort und blieb, auch als seine Landsleute nach dem Waffenstillstand von 1918 wieder in ihre Heimat zurückkehrten.

Denkmal soll das Gedenken bewahren

Koen Adam, der belgische Botschafter in den Niederlanden, nahm an der Enthüllung des Denkmals im Rijsterbos teil. „Was mich anspricht, sind die Parallelen zur heutigen Situation. Es gibt viele Kriege und sehr viele Menschen, die darunter leiden. Sie suchen Zuflucht in anderen Ländern.“

Das neue Friedensdenkmal soll dafür sorgen, dass die weitgehend unbekannte Geschichte nicht vergessen wird. „Das Wichtigste ist, dass die Botschaft an die nächsten Generationen weitergegeben wird“, sagte Adam. „Es ist unsere Pflicht als Erwachsene, sie weiterzutragen und zu zeigen, wie wir mit vergleichbaren Situationen umgegangen sind.“

„Wir müssen auch den Bogen zur zunehmenden Verhärtung in der heutigen Gesellschaft schlagen“, sagte Luyckx. „Wenn die belgischen Soldaten in Gaasterland nicht so großzügig aufgenommen worden wären, stünde ich heute nicht hier.“

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