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Inland
Wirtschaft

Streik bei Volvo-Zulieferer in Gent dauert an – 4.500 Arbeiter in Kurzarbeit

Das Schlichtungsverfahren zwischen den Gewerkschaften und der Unternehmensleitung des Volvo-Zulieferers Plasman hat zu keiner Einigung geführt. Der Streik bei dem Zulieferer wird daher fortgesetzt. Dadurch steht auch die Produktion bei Volvo immer noch still. 4.500 Arbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt. „Wenn es nach den Beschäftigten bei Plasman geht, kann noch lange weitergestreikt werden“, heißt es von Gewerkschaftsseite.

Jens Van Reet
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Die Gespräche fanden unter Vermittlung des föderalen öffentlichen Dienstes Beschäftigung statt und dauerten mehrere Stunden. „Wir sind nach stundenlangen Verhandlungen zu keiner Einigung gekommen“, sagte Marc Staelens von der sozialistischen Gewerkschaft ABVV.

„Der Streik wird daher fortgesetzt. Nun ist die Unternehmensleitung am Zug, die Initiative zu ergreifen. Wenn es nach den Beschäftigten geht, kann noch lange weitergestreikt werden.“ Für heute seien keine weiteren Verhandlungen geplant, so Staelens.

Der Streik hat erhebliche Auswirkungen auf die Produktionsplanung von Volvo Cars Gent. Wegen ausbleibender Lieferungen musste Volvo bereits am Dienstag die Endmontage einstellen.

Inzwischen wurden rund 4.500 Arbeiter bei Volvo in wirtschaftlich bedingte Kurzarbeit geschickt. Nachdem am Mittwoch keine einzige Schicht ihre Arbeit aufnehmen konnte, gab Volvo am Mittwochabend bekannt, dass auch die Frühschicht am Donnerstag nicht starten werde. Damit wurden bereits fünf Schichten gestrichen.

Wie lange die Kurzarbeit bei Volvo Gent andauern wird, lässt sich derzeit nicht vorhersagen. Solange Plasman nicht an Volvo liefert, kann die Produktion beim Automobilhersteller nicht wieder aufgenommen werden. Bei Volvo werden täglich mehr als 1.000 Fahrzeuge produziert. Der Produktionsrückstand, der sich nun aufbaut, wird später aufgeholt werden müssen. Wie dies geschehen soll, ist noch unklar.

Plasman

Plasman produziert unter anderem Stoßfänger für Volvo Cars Gent und BMW. Am Standort Gent sind rund 350 Menschen beschäftigt. 130 davon arbeiten direkt für Volvo. Seit Dienstag steht das gesamte Werk von Plasman still.

Der Streik brach aus, nachdem bekannt geworden war, dass ein erwarteter neuer Auftrag von Volvo nicht an den Standort Gent vergeben wird. Nach Angaben der Gewerkschaften geht damit ein wichtiger Teil der Zukunftsperspektive für den Standort verloren.

„Wir haben der Unternehmensleitung bereits vor langer Zeit deutlich gemacht, dass Arbeit Priorität Nummer eins ist. Wenn diese nicht kommt, braucht es einen soliden Sozialplan. Doch die Unternehmensleitung kann derzeit weder das eine noch das andere garantieren.“

Bereits im Frühjahr hatten die Beschäftigten protestiert, um mehr Klarheit über die Zukunft des Unternehmens zu erhalten. Diese Aktionen wurden damals ausgesetzt, nachdem zusätzliche Gespräche zugesagt worden waren.

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