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Gesundheit

Belgiens Gesundheitsminister Vandenbroucke: Abnehmmedikament Wegovy wird nicht rückerstattet 

Belgiens Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke gibt kein grünes Licht für die Erstattung von Wegovy, einem Medikament gegen Adipositas. Damit folgt er der Empfehlung der Kommission für Arzneimittelerstattung des Landesinstitutes für Kranken- und Invalidenversicherung (LIKIV), auch wenn er diese Entscheidung als „nicht selbstverständlich“ bezeichnet.

Jens Van Reet Belga
Veröffentlicht:

Wegovy ist ein Arzneimittel auf Basis von Semaglutid. Dabei handelt es sich um ein Derivat eines Hormons, das unser Darm beim Essen selbst produziert, GLP-1. Es verzögert die Magenentleerung und reduziert das Hungergefühl. Auf diese Weise können Menschen Gewicht verlieren.

Es bestehen jedoch auch Unsicherheiten. So nimmt das Gewicht nach dem Absetzen der Behandlung wieder zu. Zudem treten häufig Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen auf.

Wegovy würde somit als langfristige, chronische Behandlung gelten. Eine Erstattung würde laut Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit, flämische Sozialisten) zudem einen Präzedenzfall für eine ganze Gruppe von Medikamenten gegen Adipositas schaffen.

Frühere Berechnungen zeigen, dass die Behandlung in einem Szenario, in dem alle Anspruchsberechtigten behandelt würden, Kosten in Milliardenhöhe pro Jahr verursachen könnte und sogar mehr als die Hälfte des gesamten Arzneimittelbudgets ausmachen würde.

Eine derartige Ausgabe für eine Behandlung, deren Wirkung verschwindet, sobald sie beendet wird, würde nach Ansicht des Ministers andere notwendige Behandlungen für andere Patienten verdrängen, ohne dass feststeht, welchen gesundheitlichen Nutzen sie der Bevölkerung tatsächlich bringt.

Gesundheidsminister Vandenbroucke

„Adipositas ist eine chronische Krankheit, die wie alle anderen chronischen Krankheiten die beste und vor allem die richtige Versorgung verdient“, betont Vandenbroucke.

„Eine chronische Behandlung kann nur dann dauerhaft aufrechterhalten werden, wenn die Patienten in den Mittelpunkt gestellt und mit geeigneten Formen der Unterstützung umgeben werden – in einer Zusammenarbeit verschiedener Gesundheitsdisziplinen. Dazu gehören nicht nur Medikamente, sondern auch eine intensive Begleitung durch Physiotherapeuten, Ernährungsberater, Psychologen und ganz einfach ein gesunder Lebensstil.“

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