Die Belgier haben im vergangenen Jahr 18,3 Milliarden Euro für Online-Einkäufe ausgegeben. Das entspricht einem Anstieg von 5,4 Prozent innerhalb eines Jahres, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht des belgischen E-Commerce-Verbands Becom hervorgeht. Die Einnahmen fließen jedoch zunehmend an ausländische Online-Shops ab.
Belgier kaufen immer häufiger online, doch vor allem ausländische Händler profitieren davon
Mehr als neun von zehn Belgiern kaufen zumindest gelegentlich online ein. Besonders gefragt sind Bekleidung und Schuhe (2,7 Milliarden Euro), Elektronik (1,7 Milliarden Euro) sowie sogenannte Fast Moving Consumer Goods wie Lebensmittel und Schönheitsprodukte (1,26 Milliarden Euro).
Die Ausgaben fließen jedoch immer häufiger an ausländische Online-Shops, so Becom. Die Umsätze im belgischen E-Commerce stiegen nämlich nur um 3,43 Prozent.
„Es ist kein Geheimnis, dass chinesische Anbieter wie Shein und Temu jährliche Wachstumsraten von 20 bis 30 Prozent erzielen – trotz ihres fragwürdigen Rufs“, erklärt Greet Dekocker, Managing Director von Becom.
„Die Verbraucher entscheiden sich vor allem für asiatische Plattformen, weil die Produkte dort günstig sind. Häufig sind diese Produkte jedoch von geringer Qualität und mitunter sogar gesundheitsschädlich. Zudem halten sich viele chinesische Online-Shops nicht an die europäischen Vorschriften.“
Auffällig ist außerdem, dass Belgier bei ihren Online-Einkäufen immer häufiger auf künstliche Intelligenz zurückgreifen. Knapp drei von zehn Belgiern (29 Prozent) geben an, KI gelegentlich im Kaufprozess zu nutzen. Das sind acht Prozentpunkte mehr als 2024. 36 Prozent der Belgier erklären, dass soziale Medien ihre Entscheidungen beim Online-Shopping mitunter beeinflussen.
