Die Supermarktkette Aldi plant, alle Filialen in Belgien sonntagmorgens zu öffnen. Obwohl die Sonntagsarbeit der Beschäftigten dort freiwillig wäre, äußern die Gewerkschaften bereits Bedenken gegen den Vorschlag. Sie weisen unter anderem auf mögliche Probleme mit dem Arbeitsrecht und der praktischen Organisation der Arbeit hin.
Aldi in Belgien plant, alle Filialen sonntags zu öffnen - Mitarbeiter können selbst entscheiden, ob sie dann arbeiten möchten
Konkret möchte die Supermarktkette Aldi alle Filialen in Belgien sonntags von 8 Uhr 30 Uhr bis 13 Uhr öffnen. Die Mitarbeiter können freiwillig sonntags arbeiten, so ein Sprecher des Discounters. Wer sonntags arbeiten möchte, erhält dafür eine finanzielle Zulage oder zusätzliche Urlaubstage. An gesetzlichen Feiertagen bleiben die Filialen geschlossen. Wann Aldi die Sonntagsöffnung in Belgien einführen will, ist noch unklar.
Aldi hat die Gewerkschaften jetzt zum ersten Mal über die konkreten Pläne informiert. Als die Handelskette Ende April ankündigte, Sonntagsöffnungen zu erwägen, kam es zu spontanen Streiks.
„Es gab bisher noch keine wirklichen Konsultation bezüglich der Sonntagsöffnungen“, sagte Koen Vanschoubroeck von der christlichen Gewerkschaft ACV Puls. „Wir wollen zunächst einige andere soziale Fragen klären“, so der Gewerkschaftsvertreter.
Dennoch hegt ACV bereits Bedenken gegen die Vorschläge. „Sie wollen die Geschäfte bis 13 Uhr geöffnet halten. Das Arbeitsrecht verbietet jedoch, sonntags auch nach 12 Uhr zu öffnen“, sagt Vanschoubroeck: „Es ist auch die Rede davon, die Geschäfte mit nur einem Angestellten und einem studentischen Aushilfen offenzuhalten, was von den Mitarbeitern als absurd abgetan wurde.“
Laut der freien Gewerkschaft SYNOVA wird eine Einigung über Sonntagsöffnungen nicht einfach sein und nicht vor dem Sommer erzielt werden können. Prinzipiell gebe es auch „keine größeren Hindernisse“, sagte Wilson Wellens von SYNOVA: „Die Leute sind erleichtert, dass es auf freiwilliger Basis ist. Wir sind zwar nicht gerade begeistert, aber Sonntagsöffnungszeiten lassen sich nur schwer abschaffen. Und für manche Angestellte sind sie attraktiv.“
Neue Gespräche zwischen Aldi und den Gewerkschaften sind für den 29. Juni geplant.
