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Streik bei der belgischen Flugsicherung Skeyes: „Bitte nicht zum Flughafen kommen!“

Der Flugverkehr von und nach Belgien ist gegen 14 Uhr am Dienstag aufgrund eines Sozialkonflikts bei der Flugsicherung Skeyes zum Erliegen gekommen. Bereits in der vergangenen Nacht wurde bei Skeyes gestreikt, doch der Flugverkehr konnte gegen 9 Uhr 30 wieder aufgenommen werden. Laut Flughafen Brüssel wird der aktuelle Streik bis 21 Uhr am Dienstagabend andauern. Passagiere werden gebeten, nicht zum Flughafen zu kommen. Auch am Flughafen Charleroi ist der Flugverkehr eingestellt.

Andreas Kockartz
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Der Sozialkonflikt bei Skeyes steht in Zusammenhang mit Verhandlungen zwischen dem Management und den Gewerkschaften über Begleitmaßnahmen für die Umstellung auf ein digitales Kontrollzentrum für die Flughäfen Lüttich und Charleroi (Hennegau). Dieses Zentrum wird in Namür in der gleichnamigen Provinz angesiedelt sein.

Die Mitarbeiter würden im neuen digitalen Kontrollzentrum arbeiten, blieben aber weiterhin für ihren jeweiligen Flughafen zuständig. „Am Montag wurde eine vorläufige Vereinbarung mit einem Gewerkschaftssekretär getroffen“, so ein Fluglotse, der anonym bleiben wollte, „aber der Text wurde den Mitarbeitern nie vorgelegt. Die Mitarbeiter unterstützen diesen Text nicht.“

Unzufriedenheit – Minister reagiert nicht

Offenbar herrscht große Unzufriedenheit unter den Fluglotsen. „Das neue digitale System, mit dem wir arbeiten sollen, ist nicht sicher genug“, so der ungenannte Skeyes-Mitarbeiter: „Auch die Tatsache, dass wir in Namür arbeiten müssen, hat erhebliche soziale Auswirkungen auf die Mitarbeiter.“

Die von Skeyes vorgeschlagenen Übergangsmaßnahmen sind für die Belegschaft der belgischen Flugsicherung unzureichend. Hinzu kommen mehrere alte Probleme, die sich einfach nicht lösen lassen: Es gibt z.B. Schwierigkeiten bei der Dienstplanung und die Kollegen in den Towers der verschiedenen Flughäfen werden nicht gleich bezahlt.

Bereits im letzten Monat schickten 190 Fluglotsen einen Brief mit ihren Beschwerden an den belgischen Verkehrsminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés, frankophone Zentrumspartei), erhielten aber noch keine Antwort.

Rund 200 Flüge am Flughafen Brüssel gestrichen

Wie schon die Aktion in der Nacht zum Dienstag ist auch dies ein unangekündigter Streik. Rund 200 Flüge am belgischen Nationalflughafen in Zaventem (Flämisch-Brabant) müssen gestrichen werden. Der Brussels Airport bittet Reisende mit geplanten Flügen zwischen 14 und 21 Uhr am Dienstag, nicht zum Flughafen zu kommen: „Die Fluggesellschaften müssen alle geplanten Flüge streichen.“

Auch am Charterflughafen Charleroi wurden Dutzende Flüge gestrichen. Die betroffenen Reisenden werden von ihrer Fluggesellschaft kontaktiert. Weitere Informationen zu den Flügen findet man auf den Webseiten der Flughäfen Brussels Airport und des Brussels-South-Charleroi -Airport.

Skeyes ist für die Flugsicherung von und zu den belgischen Flughäfen und dem Luftraum über Belgien bis zu einer Höhe von etwa 7.500 Metern zuständig. Flugzeuge, die höher über Belgien fliegen, werden von Eurocontrol geleitet.

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