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Inland
Wirtschaft

Sozialabkommen bei der belgischen Post, Gewerkschaften kritisieren jedoch weiterhin spätere Arbeitszeiten

Gewerkschaften und Direktion bei der belgischen Post (Bpost) haben ein neues Sozialabkommen erzielt. Das teilte das Unternehmen mit. Die Gewerkschaften sprechen sich jedoch weiterhin gegen den Plan aus, Briefträger ihre Zustelltouren später beginnen zu lassen.

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Gewerkschaften und Direktion verhandeln bereits seit mehr als einem Monat über den neuen Tarifvertrag. Sechs Wochen lang wurde gegen die Pläne von Bpost gestreikt, die 16.000 Briefträger im Land später loszuschicken, um sich an die Realität des Paketmarktes anzupassen.

Über den Tarifvertrag wurde nun eine Einigung erzielt, so das Unternehmen. Der Vertrag sieht unter anderem den Erhalt der Beschäftigung, einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen, höhere Verpflegungsgutscheine sowie einen einmaligen Bonus vor. Zudem gibt es Vereinbarungen über interne Weiterbeschäftigung, Urlaubsregelungen und den Übergang in den Ruhestand.

„Wichtiger Schritt zur Sicherung der Zukunft“

Bpost bezeichnet die Vereinbarung als „wichtigen Schritt, um die Zukunft des Unternehmens weiter zu sichern“. Der Tarifvertrag biete Garantien für die Beschäftigten und für das Unternehmen selbst – und das trotz des schwierigen wirtschaftlichen und finanziellen Umfelds.

CEO Chris Peeters erklärte, der Tarifvertrag verschaffe dem Unternehmen den nötigen Spielraum, „um ein gesundes und zukunftsorientiertes Unternehmen zu bleiben, das flexibel auf die Erwartungen von Kunden und Bürgern reagieren kann“.

Transformationsplan

Neben dem Tarifvertrag gibt es bei Bpost auch einen Transformationsplan. Das Unternehmen will, dass die Briefträger später mit der Arbeit beginnen, damit sie zusätzlich auch Pakete zustellen können. Das bedeutet, dass die Briefträger ab September ihre Touren eine Stunde und 45 Minuten später als heute beginnen werden. Während die Mehrheit derzeit um 7 Uhr beginnt, soll dies ab September erst um 8.45 Uhr der Fall sein.

Damit sind die Gewerkschaften jedoch nicht einverstanden, sagt Luc Tegethoff. „Das haben alle Gewerkschaften abgelehnt“, so der Gewerkschafter. Das Unternehmen könne die späteren Arbeitszeiten auch ohne Zustimmung der Gewerkschaften durchsetzen. „Darüber wird noch weiter verhandelt werden müssen“, sagte Tegethoff weiter.

Tegethoff weist darauf hin, dass das soziale Leben der Briefträger auf frühe Arbeitszeiten abgestimmt sei und nun daran gerüttelt werde. „Unter den Beschäftigten gibt es keine Unterstützung für die späteren Arbeitszeiten“, bestätigt Geert Cools.

Ob neue Protestaktionen des Personals bevorstehen, könne der Gewerkschafter nicht vorhersagen. „Die Briefträger wissen, dass die späteren Arbeitszeiten kommen werden, aber die größte Unzufriedenheit liegt bereits hinter uns. Ich habe keine Glaskugel, aber ich erwarte kurzfristig keine neuen Aktionen.“

Soziale Spannungen

Auch die frankophonen Gewerkschaften sehen keine Unterstützung für die späteren Arbeitszeiten und rechnen hingegen mit sozialen Spannungen. Stéphane Daussaint weist darauf hin, dass die Fahrzeuge künftig mitten im Berufsverkehr unterwegs sein werden.

„Die Mehrheit der Briefträger ist überzeugt, dass der Plan nicht realistisch und operativ wenig durchdacht ist.“ Laut dem Gewerkschafter sei er „derzeit nicht in der Lage, den sozialen Frieden zu garantieren“.

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