Am Donnerstag finden Hausdurchsuchungen bei der Anderlechter Sozialwohnungsbaugesellschaft Anderlechtse Haard statt. Das hat die Brüsseler Staatsanwaltschaft bestätigt. Bereits vergangene Woche hatte der Zentrale Dienst zur Bekämpfung von Korruption der föderalen Polizei Ermittlungen angekündigt. Diese konzentrieren sich auf Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Sozialwohnungen.
Nach Pano-Sendung: Hausdurchsuchungen bei Wohnungsbaugesellschaft in Anderlecht wegen möglicher Unregelmäßigkeiten
Lotfi Mostefa ist derzeit Wohnungsbauschöffe und Vorsitzender der sozialen Wohnungsbaugesellschaft Anderlechtse Haard. Laut einer Reportage des VRT-Magazins Pano soll er persönlich Einfluss darauf nehmen, wer eine Sozialwohnung zugewiesen bekommt. Pano konnte Hunderte Nachrichten und Sprachnachrichten einsehen, die belegen sollen, dass er die Vergabe von Sozialwohnungen beeinflusst.
Auch der ehemalige Vorsitzende der Brüsseler Regionalen Wohnungsbaugesellschaft, Safouane Akremi (Vooruit), der die Vergaben kontrollieren muss, ist involviert. Auch er soll sich mehrfach in die Vergabe von Sozialwohnungen in Anderlecht eingemischt haben.
PS nimmt Mostefa in Schutz
Seitdem steht vor allem Mostefa unter Druck, obwohl ihn sein Parteikollege und Bürgermeister Fabrice Cumps bislang weiter verteidigt. Vorgestern forderten die Schöffen von MR und Les Engagés in Anderlecht seinen Rücktritt, und gestern drohte Anders-Vorsitzender Frédéric De Gucht damit, aus der Brüsseler Regierung auszutreten, falls die PS Mostefa weiterhin in Schutz nimmt.
Am Nachmittag wird die Brüsseler Staatssekretärin für Wohnungsbau, Karine Lalieux (PS), im Wohnungsausschuss des Brüsseler Parlaments zu der Pano-Reportage befragt.
Kommenden Montag wird entschieden, ob ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden soll. Mit Ausnahme der PS befürworten dies nahezu alle Parteien.

