Weniger als ein Drittel der Wähler in Flandern, der Wallonie und Brüssel unterstützt den Cent-index der föderalen Regierung, die Begrenzung der automatischen Lohnindexierung. Nur bei der N-VA kann sich eine Mehrheit der Wähler mit dieser Idee anfreunden, wie aus ‚De Stemming‘ hervorgeht, der jährlichen Meinungsumfrage von der flämischen Tageszeitung De Standaard, VRT und RTBF. Die zeigt auch: Die wirtschaftliche Lage zählt zu den Hauptsorgen der Belgier.
Belgische Wähler lehnen ‚Cent-Index‘ deutlich ab und sorgen sich um die Wirtschaft
Für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, eine Maßnahme, die tatsächlich über alle Parteigrenzen hinweg abgelehnt wird, gibt es noch weniger Zustimmung als für den Cent-Index. Etwa acht von zehn befragten Wählern der frankophonen Zentristen von Les Engagés und der liberalen MR, immerhin Regierungsparteien, lehnen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ab.
Die Unsicherheit durch den Krieg im Iran belastet die Wähler. 64 Prozent der befragten Flamen urteilen, dass sich die belgische Wirtschaft verschlechtert hat, bei den Wallonen sind es sogar 75 Prozent. In Brüssel und der Wallonie gilt die Sorge um den eigenen Geldbeutel als „das größte Problem, mit dem unser Land konfrontiert ist“. In Flandern wiederum wird das Haushaltsdefizit als das große Sorgenkind Belgiens angesehen.
Die dritte große Säule des Haushaltsabkommens vom November, die strengere Kontrolle von Langzeitkranken, kann mit breiter Zustimmung rechnen: von Brüssel (72 Prozent) über die Wallonie (75 Prozent) bis nach Flandern (82 Prozent). Selbst bei Oppositionsparteien wie den Grünen in Flandern oder der sozialistischen PS in der Wallonie unterstützt eine Mehrheit der Wählerschaft die Maßnahme.
Die Unterstützung für zusätzliche Verteidigungsausgaben geht jedoch deutlich zurück. Im Vergleich zu 2025 sind zudem mehr Wähler der Ansicht, dass die Regierungspolitik die ärmsten Bürger (65 Prozent), Menschen mit Gesundheitsproblemen (64 Prozent), ältere Menschen (63 Prozent) und Arbeitslose (64 Prozent) benachteiligt.
