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Belgiens Antiterrororgan OCAD warnt vor nihilistischem Extremismus

Das belgische Koordinationsorgan für Bedrohungsanalyse (OCAD) weist auf mehrere besorgniserregende Entwicklungen hin, darunter nihilistischer Extremismus, der Nährboden für sinnlose Gewalt gegen Menschen und Gegenstände. Die allgemeine Bedrohungslage entwickle sich jedoch positiv, berichten die belgischen Wirtschaftsblätter De Tijd und L'Echo am Dienstag unter Berufung auf einen neuen Jahresbericht der Organs.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die belgische Antiterrororgan warnt vor dem wachsenden Einfluss des Internets auf die Verbreitung klassischer extremistischer Propaganda. Die meisten von OCAD analysierten Extremismusfälle ereigneten sich online. Dschihadisten sowie Rechts- und Linksextremisten sind aktiver bei der Verbreitung ihrer Botschaften mithilfe von Algorithmen und KI geworden.

Extremistischer Nihilismus, der die Verherrlichung sinnloser Gewalt beinhaltet, bereitet der Behörde ebenfalls Sorgen. Obwohl die Anzahl der Fälle bisher begrenzt ist, bleibt das OCAD äußerst wachsam. Anders als bei anderen Formen des Extremismus gibt es bei diesem neuen Phänomen keine eindeutigen ideologischen Wurzeln.

Diese „Bewegung“ vereint Elemente des Nationalsozialismus, systemkritisches Gedankengut, Verschwörungstheorien und sogar Satanismus. Online stacheln sich die Anhänger gegenseitig zu Gewalt und Vandalismus an. Manchmal versuchen sie auch, junge und schutzbedürftige Menschen dazu zu bringen, sich selbst zu verletzen und Bilder davon zu verbreiten.

Statistik

Im vergangenen Jahr verzeichnete das OCAD 157 Meldungen über extremistische oder terroristische Bedrohungen. Diese Zahl lag um mehr als ein Viertel niedriger als 2024, als 217 Meldungen eingingen. Auch die durchschnittliche Schwere der Bedrohung nimmt ab.

In der Mehrzahl der Meldungen (5%) stufte das OCAD das Risiko als gering ein. Nur in 5 % der Fälle wurde die Bedrohung als ernst eingestuft, was bedeutet, dass ein Anschlag „möglich und wahrscheinlich“ ist. Sehr ernste Bedrohungen - bei denen ein Anschlag „unmittelbar bevorsteht“ - gab es im vergangenen Jahr keine.

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