Die Lieferung der neuen Fregatten für die belgische Marine verzögert sich weiter. Wie die flämische Tageszeitung Zeitung De Morgen am Samstag berichtete, könnte Belgien ohne Übergangslösung in einigen Jahren sogar ganz ohne Fregatten dastehen, womit sowohl der Verteidigungsauftrag, als auch mögliche Teilnahmen an NATO-Missionen fraglich werden. Derweil soll die Luftwaffe weitere F-35-Kampfbomber bestellen.
Aufrüstung in Belgien: Die Lieferung von neuen Fregatten verzögert sich weiter - Weitere F-35er bestellt
Gemeinsam mit den Niederlanden hatte Belgien vier neue Fregatten bei einer niederländischen Werft Damen Laval bestellt, doch der Bau verzögert sich weiter als bisher angenommen. Das erste Schiff für Belgien sollte eigentlich 2027 geliefert werden, wird jedoch nach aktuellen Angaben frühestens 2034 einsatzbereit sein. Die beiden aktuellen Fregatten der Marine - „Leopold I.“ und „Louise-Marie“ - werden langsam alt und müssen bald ersetzt werden.
Mit der verspäteten Auslieferung steigen auch die Kosten, so De Morgen: Der Preis pro Schiff liegt inzwischen bei mehr als 1 Mia. €. Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA, flämische Nationaldemokraten) sucht jetzt gemeinsam mit seiner niederländischen Amtskollegin Dilan Yeşilgöz (VVD) nach Lösungen.
Als Alternativen, wie aus dem belgischen Verteidigungsministerium verlautet, könnten Einsätze mit den modernen Minensuchbooten der belgischen Marine außerhalb ihrer eigentlichen Aufträge sein (allerdings können diese nichts gegen U-Boote ausrichten) oder aber der rechtliche Weg der Auflösung des Vertrags mit der niederländischen Werft sein.
Hier richtet sich der Blick in Richtung französische Rüstungsindustrie. Hier bauen Werften Fregatten quasi am Fließband und diese entsprechen mit einigen Anpassungen wohl durchaus den belgischen Lastenheften.
Bestellung von zusätzlichen F-35 möglichst noch in diesem Jahr
Belgien will noch in diesem Jahr zusätzliche F-35-Kampfflugzeuge bestellen, wie aus dem Verteidigungsministerium verlautete. Es liegt schon eine Bestellung über 34 dieser US-Kampfflugzeuge vor und Mitte Oktober 2025 sind die ersten Maschinen auf dem Luftwaffenstützpunkt Florennes in der wallonischen Provinz Namür eingetroffen. Einige der bereits produzierten F-35er befinden sich noch auf dem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Luke im Bundesstaat Arizona, wo die Umschulung und Ausbildung der belgischen Kampfpiloten stattfindet.
Mitte letzten Jahres hatte die belgische Regierung den Kauf von 11 weiteren F-35-Flugzeugen angekündigt. Verteidigungsminister Francken hofft, den Vertrag für diese Bestellung noch in diesem Jahr unterzeichnen zu können.
Er wiederholte, dass die zusätzlichen Kampfflugzeuge "so europäisch wie möglich sein müssen". Francken hofft, dass die Maschinen in Italien zusammengebaut werden können und zwar auf dem Luftwaffenstützpunkt Cameri im Norden des Landes. Dort findet bereits die Endmontage der italienischen und niederländischen F-35er statt.
Auch die belgische Luftfahrtindustrie profitiert von den F-35- Kampfjets. Im Oktober unterzeichneten das flämische Unternehmen BMT Aerospace und das wallonische Unternehmen Safran Aero Boosters einen Vertrag mit dem US-Rüstungsunternehmen Pratt & Whitney über die Produktion von Teilen für das F-35er-Triebwerk.
