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Inland
Justiz

Gefährlicher internierter Häftling nach Flucht bei Fahrradtour wieder festgenommen

Der gefährliche internierte Steve D. M. (44) wurde noch am Freitag wieder festgenommen. Das berichtet die Gazet van Antwerpen, die Staatsanwaltschaft Antwerpen bestätigt dies. Der Mann war am Donnerstag während einer begleiteten Fahrradtour in Burcht, einem Ortsteil von Beveren-Kruibeke-Zwijndrecht (Ostflandern), geflohen. Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft gemeinsam mit der Polizei eine Fahndung ein und setzte ihn auf die „Most Wanted“-Liste. D. M. war eigentlich im Forensisch-Psychiatrischen Centrum (FPC) von Antwerpen (FPC) interniert.

Andreas Kockartz Anne Mettlen
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Der gesuchte Mann wurde inzwischen in Hasselt festgenommen. Die Fahndung ist beendet.

D. M. ist eigentlich wegen mehreren Gewaltdelikten in der forensisch-psychiatrischen Klinik in Linkeroever, einem Ortsteil von Antwerpen untergebracht. Er hatte u.a. vor einigen Jahren eine Mitarbeiterin der Klinik angegriffen und schwer verletzt, was ihm eine Anklage wegen "versuchten Totschlags" einbrachte... 

„Der Mann kann eine Gefahr für die körperliche Unversehrtheit Dritter darstellen“, warnte die Polizei während der Fahndung: „Sollten Sie ihn sehen, nähern Sie sich ihm bitte nicht selbst, sondern benachrichtigen Sie umgehend die Polizei.“

Der Mann ist athletisch gebaut, hat kurzes, braunes Haar mit grauen Schläfen und graublaue Augen. Bei seiner Flucht trug er eine schwarze Hose, ein blaues T-Shirt, einen hellgrauen Kapuzenpullover und schwarze Nike-Turnschuhe. Er könnte mit einem grauen „Minerva“-Fahrrad unterwegs gewesen sein. 

Wie kann es sein, dass ein gefährlicher Häftling an einer Fahrradtour teilnehmen darf?

Es stellt sich natürlich jetzt die Frage, wie es möglich ist, dass ein gefährlicher Häftling an einer Fahrradtour teilnehmen darf. Ohne auf die Details dieses speziellen Falls einzugehen, liefert Sandra Vansteenkiste vom Forensisch-Psychiatrischen Zentrum eine Erklärung. „Für Außenstehende klingt es, als ob eine Gruppe Freizeitradler eine Ausfahrt macht, aber das ist nicht der Fall.“

Eine geführte Radtour gehört zu den Ausgängen, die Inhaftierte von der Justiz erhalten können, so Vansteenkiste weiter: „Innerhalb der Mauern der forensisch-psychiatrischen Klinik gibt es ein Sportprogramm. Mit der Zeit kann den Insassen auch erlaubt werden, unter Aufsicht von Therapeuten außerhalb der Mauern Sport zu treiben.“

Dies geschehe nicht überstürzt, so Vansteenkiste weiter: „Das Behandlungsteam erstattet der Justiz Bericht. Im Rahmen dieses Prozesses kann das Team einen Stufenplan zur sozialen Wiedereingliederung und Rückkehr in die Gesellschaft empfehlen. Es beginnt immer mit kleinen Schritten, beispielsweise zwei Stunden pro Monat. Sobald Fortschritte erzielt werden, wird geprüft, ob Aktivitäten auch außerhalb der Mauern stattfinden können.“

Das sei notwendig: „Solange Inhaftierte in einer strengen Struktur und in einem Hochsicherheitsbereich untergebracht sind, kann man nicht vorhersehen, wie sich die Dinge außerhalb der Mauern entwickeln. Das ist natürlich wichtig zu wissen, bevor der Inhaftierte entlassen wird und in die Gesellschaft zurückkehrt.“

Die belgische „Most Wanted“-Liste wurde erstmals im Herbst 2016 veröffentlicht. Ziel ist, auch von den Bürgern möglichst viele Informationen über flüchtige Straftäter zu erhalten, damit diese aufgespürt werden können, um ihre Strafe zu verbüßen oder vor Gericht zu erscheinen. Mit dieser Liste ist die belgische Bundespolizei recht erfolgreich und ab und zu werden neue Gesuchte darin aufgenommen. 

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